Gedanken über die Zigarettenkatastrophe in Zeiten der Coronavirus-Pandemie

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14-11-20 10:20:00,

  1. Gedanken über die Zigarettenkatastrophe in Zeiten der Coronavirus-Pandemie

  2. Was ist zu tun?


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Weitere Fakten über das Gefährdungspotential des Tabakrauchens, die Vernebelungsstrategie der Tabakindustrie und die Politik der Tabakkontrolle

Seit Beginn meiner Tätigkeit als Rehabilitationsmediziner Mitte der 1980er Jahre bin ich an fast jedem meiner Arbeitstage einer Reihe von Patienten begegnet, die als Opfer der weltweiten Zigarettenkatastrophe anzusehen sind. Es handelt sich um Menschen mit chronischen Krankheiten wie zum Beispiel einer koronaren Herzkrankheit, einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung oder einem Lungenkrebs, die viele Jahre Zigaretten geraucht haben. Bei diesen Krankheiten ist das Rauchen entweder die entscheidende oder eine wesentliche Teilursache für ihre Krankheit.

Wenn man diese Zigarettenkatastrophe mit der augenblicklich alles beherrschenden Coronavirus-Pandemie vergleicht, dann gibt es einige Gemeinsamkeiten, aber auch viele große Unterschiede. So handelt es sich in beiden Fällen um ein weltweites Geschehen, dem Millionen Menschen zum Opfer fallen, wobei vor allem ältere Menschen betroffen sind.

Aber während es sich bei der Coronavirus-Pandemie wahrscheinlich um eine Naturkatastrophe handelt, ist die weltweite Zigarettenkatastrophe menschengemacht. Verursacher ist die Tabakindustrie, die aus Profitgründen ein höchst gesundheitsschädliches Produkt, das zugleich abhängig macht, mit aller Werbungsmacht auf den Markt bringt.

Auch bei der Mortalität gibt es erhebliche Unterschiede. Während die weltweite Zahl der Todesopfer bei der Coronavirus-Pandemie seit Beginn des Jahres bisher (6.11.2020) in der Größenordnung von 1,2 Millionen liegt, wird die Zahl der jährlichen Todesopfer durch Tabakrauchen auf 7 Millionen geschätzt.1 In der Europäischen Union sterben derzeit jährlich etwa 700.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Rauchens. Allein in Deutschland fallen dem Tabak jährlich circa 120.000 Personen zum Opfer.2

Mit dieser Gegenüberstellung möchte ich zum Ausdruck bringen, dass trotz der im Augenblick alles beherrschenden Coronavirus-Pandemie die weiterhin bestehende weltweite Zigarettenkatastrophe, die hinsichtlich der gesundheitszerstörerischen und todbringenden Auswirkungen seit vielen Jahrzehnten einen erheblich höheren Stellenwert hat, nicht unter den Tisch gekehrt werden darf.

Deshalb habe ich in einem ersten Beitrag zu diesem Thema am 1.11.2020 in Telepolis eine Übersicht über das Gefährdungspotential des Tabakrauchens und des Gebrauchs von E-Inhalationsprodukten und Tabakerhitzern gegeben und die Taktik der Verschleierung dieser Tatsachen durch die Tabakindustrie angeprangert.3 Im vorliegenden Beitrag sollen in Ergänzung dazu einige weitere wichtige Fakten über die zerstörerischen Wirkungen des Tabakrauchens und die Vernebelungsstrategie der Tabakindustrie aufgezeigt werden.

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