Wie Henry Kissinger den Putsch in Chile vorbereitet hat

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14-11-20 07:32:00,

Für Chile verheerendes Duo: Präsident Nixon und Sicherheitsberater Kissinger, hier im Februar 1971. (Bildquelle, nixonlibrary.gov, gemeinfrei)

US-Dokumente belegen, dass Sicherheitsberater auf Gewalt setzte. Außenministerium scheiterte mit Gegenvorschlag – die Folgen waren verheerend

Einige Tage nach Salvador Allendes Amtsantritt in Chile am 3. November 1970 rief US-Präsident Richard Nixon seinen Nationalen Sicherheitsrat zu einer Sitzung zusammen. Bei der Unterredung sollte es darum gehen, welche Politik die USA gegenüber der neuen chilenischen Regierung und der “Volkseinheit” Allendes verfolgen würde. Nur wenige der Teilnehmer im Kabinettssaal des Weißen Hauses wussten zu diesem Zeitpunkt, dass die CIA auf Nixons Anweisung zuvor bereits versucht hatte, in Chile einen Militärputsch anzuzetteln, um die Amtseinführung von Allende zu verhindern. Der Versuch war gescheitert. Nun ging es um Plan B.

Ehemalige Geheimdokumente der US-Regierung, die vom National Security Archive an der George-Washington-Universität veröffentlicht wurden, belegen, wie die damalige US-Regierung Allendes demokratische Wahl und sein Programm für substantielle Veränderungen als Bedrohung sah.

Allerdings herrschten zunächst noch unterschiedliche Ansichten über die Reaktion. “Wir können seinen Sturz herbeiführen, ohne dass das einen kontraproduktiven Effekt hat”, schlug Außenminister William Rogers vor. Der damalige US-Chefdiplomat sprach sich zugleich gegen offene Angriffe auf die Regierung in Chile aus. Davon abgesehen herrschte Einigkeit: man müsse alles mögliche unternehmen, um Allende zu schaden und ihn zu Fall zu bringen, so Verteidigungsminister Melvin Laird.

“Unsere Hauptsorge in Chile liegt in der Aussicht, dass (Allende) seine Macht konsolidieren kann, und das international als politischer Erfolg wahrgenommen wird”, so auch Präsident Nixon. Er wies seine Spitzenbeamten an, ein verdecktes Programm zur Destabilisierung der Regierung in Chile zu planen und durchzuführen. Man müsse “kühl und korrekt” vorgehen, “aber alles tun, um eine echte Botschaft an Allende und andere auszusenden.”

Folgenschwerer Bericht der New York Times

Anlässlich des 50. Jahrestags von Salvador Allendes Amtsantritt hat das Nationale Sicherheitsarchiv, eine Einrichtung zur Erforschung der politischen Geschichte der USA, unlängst eine Sammlung von Dokumenten veröffentlicht, die detailliert aufzeigen, wie Nixon und sein Nationaler Sicherheitsberater Henry Kissinger eine Destabilisierungspolitik gegenüber Chile verfolgten.

Die damaligen Operationen sollten die “die bestmöglichen Bedingungen”, wie Kissinger es später ausdrückte, für den Militärputsch vom 11. September 1973 schaffen, der General Augusto Pinochet an die Macht brachte. Die freigegebenen US-Regierungsdokumente enthaltenen nicht nur detaillierten Schilderungen der Beratungen und Entscheidungen im Weißen Haus.

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