NewsGuard und die US-Wahl: Die selbsternannten Hüter der Wahrheit lesen nicht einmal aufmerksam | Anti-Spiegel

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16-11-20 09:49:00,

Anti-Spiegel-Leser kennen NewsGuard noch aus dem Dezember 2019, als die selbsternannten Wahrheitswächter den Anti-Spiegel beurteilt haben. Nun hat sich NewsGuard wieder bei mir gemeldet. Mit ihrer Frage hat die NewsGuard-Mitarbeiterin allerdings nur bewiesen, dass sie Artikel gar nicht aufmerksam liest.

Im Dezember 2019 habe ich die Korrespondenz zwischen NewsGuard und mir veröffentlicht, die Artikel dazu finden Sie hier und hier. Bevor wir zu der aktuellen Frage von NewsGuard kommen, will ich kurz daran erinnern, was NewsGuard ist. Was ist NewsGuard?

NewsGuard ist eine Firma, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Usern schon im Browser durch farbliche Markierungen mitzuteilen, welche Nachrichtenseiten vertrauenswürdig sind und welche nicht. NewsGuard bezeichnet sich selbst als unabhängig. Man fragt sich also, wer wohl hinter dieser vorgeblich neutralen Beurteilung steckt und die Antwort ist schnell gegeben, wenn man sich zum Beispiel das Advisory Board von NewsGuard anschaut. Dort sind unter anderem gelistet:

–General a.D. Michael Hayden: Ehemaliger Direktor der CIA, ehemaliger Direktor der National Security Agency (NSA) und ehemaliger Principal Deputy Director of National Intelligence. Das war immerhin der Mann, der einer der wichtigsten Whistleblower unserer Zeit gejagt hat: Edward Snowden. Wie ist er zum Garanten für „unabhängige Bewertungen“ geworden?
–Elise Jordan, ehemaliger Redenschreiber von Condoleezza Rice
–Anders Fogh Rasmussen, ehemliger dänischer Ministerpräsident und ehemaliger Nato-Generalsekretär
–Tom Ridge, ehemaliger First Secretary der Homeland Security
–Jimmy Wales, Mitbegründer von Wikipedia (also kontrolliert Wikipedia sich über newsguard quasi selbst)

Und auch im Management von NewsGuard sind Transatlantiker an prominenter Stelle vertreten, ein Beispiel ist Gordon Crovitz, Co-CEO von NewsGuard. Er ist aber auch Mitglied des Council on Foreign Relations, einer mächtigen Lobbyorganisation für transatlantische Anliegen. Wie ist das mit der von NewsGuard betonten Unabhängigkeit vereinbar?

Von Unabhängigkeit kann bei NewsGuard also keine Rede sein, die Firma wird von Gönnern finanziert und von Menschen geleitet, die bestens in transatlantische Kreise eingebunden und mit ihnen vernetzt sind. Das ist nicht verwerflich, nur ist es eben alles andere als unabhängig, neutral oder überparteilich. Es geht NewsGuard vielmehr darum, Medien, die der transatlantischen Linie treu sind, als vertrauenswürdig zu kennzeichnen und Medien, die die transatlantische Politik kritisch hinterfragen, als nicht vertrauenswürdig zu diffamieren. Warum man NewsGuard nicht ernst nehmen kann

NewsGuard hat dem Anti-Spiegel dann natürlich eine negative Bewertung gegeben,

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