Macron vs. AKK – Wie wird das neue, alte transatlantische Verhältnis? | Anti-Spiegel

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17-11-20 05:25:00,

Seitdem die US-Medien Joe Biden zum Wahlsieger ausgerufen haben, reden alle europäischen Politiker von einem Neubeginn der transatlantischen Beziehungen. Wenn man die Aussagen von Macron und Annegret Kramp-Karrenbauer vergleicht, sieht man, wie verschieden die Erwartungen sind.

In seltener Einigkeit haben Spiegel und RT-Deutsch heute über den aus der Distanz ausgetragenen Disput zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer, der Verteidigungsministerin, die sich gerne als Putzfrau verkleidet (oder ist es umgekehrt?) und dem französischen Präsidenten Macron berichtet, die sich beide in Zeitungen zu dem Thema der Zukunft der europäischen und transatlantischen Sicherheit geäußert haben. Ihre Positionen gehen dabei auseinander. AKK tief im Rektum der Transatlantiker

Alles hat damit angefangen, dass Politico am 2. November einen Artikel von Kramp-Karrenbauer veröffentlicht hat, der den Titel „Europa braucht Amerika immer noch“ hatte. Der Titel sagt schon alles: AKK hat sich bei den Transatlantikern angebiedert und vertritt die Meinung, Europa sei ohne die USA verloren. Auch mit den US-Atombomben auf europäischem Boden müsse sich Europa abfinden. Dieser Tauchgang tief ins Rektum der Transatlantiker gipfelte in Sätzen wie diesem:

„Die Illusionen von einer strategischen Autonomie Europas müssen ein Ende haben: Die Europäer werden nicht in der Lage sein, Amerikas entscheidende Rolle als Bereitsteller der Sicherheit zu ersetzen.“

Die EU ist eine größere Wirtschaftsmacht, als die USA. Und mit Frankreich ist die EU auch eine Atommacht. Warum sollte ein solcher Block mit so viel Geld nicht in der Lage sein, für seine eigene Sicherheit zu sorgen? Was AKK da von sich gibt, erinnert mich an Äußerungen indischer Politiker zu Zeiten des britischen Empire. Damals waren die indischen Vertreter von Londons Gnaden auch dankbar für den Schutz, den ihnen die Kolonialmacht angeblich geboten hat. Wie wir aber heute wissen, kann Indien ganz gut allein für seine Sicherheit sorgen und Indien ist bedeutend ärmer, als die EU.

Und wenn wir heute im Spiegel lesen, dass AKK sich weiter steigende deutsche Rüstungsausgaben für die nächsten Jahre per Sondergesetz sichern will, um den Transatlantikern das zu geben, was sie wollen, nämlich weitere Aufträge für die US-Rüstungsindustrie, dann frage ich mich, welches Land diese deutsche Ministerin in Wahrheit vertritt.

Sie finden diese Formulierung zu hart? Warum denn? Seit der Ausrufung des Zwei-Prozent-Ziels der Nato ist Europa zum am schnellsten wachsenden Markt für die US-Rüstungsindustrie geworden und weitere Erhöhungen der Budgets werden ebenfalls größtenteils auf die Konten der Waffenhersteller jenseits des Atlantik fließen.

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