Taugen Lockdowns als Mittel, um die Sterblichkeit mit Covid-19 zu verringern?

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18-11-20 12:21:00,

Vor kurzem wurde in der Zeitschrift The Lancet ein sehr interessanter Artikel veröffentlicht, in dem versucht wird, zu ergründen, welche Faktoren und Maßnahmen im Ländervergleich in Bezug auf die Todesfälle mit Covid-19 in Zusammenhang stehen könnten. Die Studie war eine Beobachtungsstudie, sodass sie nur eine Korrelation, nicht aber eine Kausalität aufzeigen kann. Aber sie kann immer noch sehr starke Hinweise darauf liefern, welche Maßnahmen dabei helfen, Menschen vor Covid-19 zu schützen, und welche Faktoren das Risiko, geschädigt zu werden, erhöhen. Von Sebastian Rushworth, aus dem Englischen von Henning Rosenbusch.

Das Bemerkenswerteste an der Studie war aus meiner Sicht, dass sie zu ergründen versucht, welche Auswirkungen Lockdowns, Grenzschließungen und Massentests auf die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 haben. Auch wenn Korrelation nicht automatisch eine Kausalität impliziert, so deutet ein Mangel an Korrelation doch immer stark auf einen Mangel an Kausalität hin oder zumindest darauf, dass eine kausale Beziehung, falls es sie gibt, extrem schwach ist. Und wenn man bedenkt, wie viel Geld, Mühe und Ressourcen in diesem Jahr für die Lockdowns aufgewendet worden sind und werden, wäre es doch ziemlich enttäuschend, wenn die Lockdowns einen so minimalen Effekt hätten, dass es überhaupt keine spürbaren Auswirkungen auf die Sterblichkeit gäbe. Oder?

Aber ich will nichts vorwegnehmen: Die Studie beschränkt sich darauf, die 50 Länder mit den meisten registrierten Fällen von Covid-19 zum Stichtag 1. April 2020 zu untersuchen. Wahrscheinlich wurden sie aufgrund von Ressourcenknappheit ausgewählt, anstatt alle 195 Länder zu betrachten. Die Daten, die aus öffentlich zugänglichen Zahlen gewonnen wurden, datieren dann bis zum 1. Mai 2020. Informationen über Covid-19, Einkommensniveau, Bruttoinlandsprodukt, Einkommensdisparität, Langlebigkeit, BMI (Body Mass Index), Rauchen, Bevölkerungsdichte und eine Reihe anderer Faktoren, die nach Ansicht der Forscher interessant sein könnten, flossen in die Datenerhebung ein. Die Autoren erhielten keine Drittmittel und berichteten über keine Interessenkonflikte.

Es gibt hier trotzdem ein paar Dinge, die man beim Betrachten der Ergebnisse beachten sollte: Zunächst einmal handelt es sich, wie erwähnt, bei allen Daten in dieser Studie um Beobachtungsdaten, sodass keine Rückschlüsse auf Ursache und Wirkung gezogen werden können.

Zweitens war der Mai noch in der Frühphase der Pandemie, und jetzt haben wir November, sodass uns die Daten von einem halben Jahr fehlen. Andererseits hatte die Ausbreitung in weiten Teilen der Welt bereits am 1. Mai ihren Höhepunkt erreicht und in den meisten Ländern waren zu diesem Zeitpunkt bereits seit Wochen und Monaten Lockdowns in Kraft,

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