Drei Präsidenten in 8 Tagen – Was ist in Peru los? | Anti-Spiegel

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19-11-20 05:12:00,

Die Regierungskrise in Peru wird von anderen Meldungen weitgehend überdeckt, aber da Unruhen in südamerikanischen Ländern wie Venezuela, Chile oder Bolivien im letzten Jahr immer Schlagzeilen gemacht haben, finde ich einen Blick nach Peru interessant.

Zugegeben ist Südamerika nicht meine Kernkompetenz, daher war ich auf meiner Suche nach Informationen über die Lage in dem Land froh, eine neutrale Einschätzung zu finden. Die russische Nachrichtenagentur TASS hat ein großes Netzwerk aus Korrespondenten und Experten für alle Regionen der Welt und eine dieser Expertinnen hat einen ausführlichen Bericht über die Lage in Peru geschrieben, den ich für alle Interessierten übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:Drei Präsidenten in acht Tagen – Warum Peru so oft das Staatsoberhaupt wechselt

In Peru hat der Mitte-Rechts-Kandidat Francisco Sagasti das Präsidentenamt übernommen. Stunden vor der Amtseinführung versprach der erfahrene 76-jährige Politiker, der wegen seiner äußerlichen Ähnlichkeit mit Cervantes‘ Charakter „Don Quijote“ genannt wird, Vertreter einer Vielzahl politischer Kräfte in seine Regierung einzuladen. Auf diese Weise hofft er, der schlimmen politischen Krise ein Ende zu setzen und das von Protesten erschütterte Land zu beruhigen.

Sagasti, ein konsequenter Vertreter gemäßigter Ansichten, wurde zu einem Kompromisskandidaten, dessen Ernennung ins höchste Staatsamt sowohl die Führer der größten peruanischen Parteien als auch die breiten Öffentlichkeit zustimmt. Allerdings traut sich niemand vorherzusagen, wie lange dieser Zustand andauern wird. Der Vorgänger des amtierenden peruanischen Staatschefs war weniger als einer Woche im Amt. So wurde das südamerikanische Land unter Berücksichtigung aller Verfahrenspausen in den acht Tagen vom 9. bis zum 17. November von drei verschiedenen Präsidenten geführt. Zwei Amtsenthebungen und eine Reihe von Rücktritten

Politische Instabilität ist in Peru bereits zur Tradition geworden. In den letzten fünf Jahren vor Sagastis Amtsantritt hatte das Land vier Präsidenten. Nur einer von ihnen hat sein Amt wegen des regulären Endes der Amtszeit verlassen. 2018 entließ das Parlament den damaligen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski und seitdem haben Machtwechsel in Peru nur noch unter außergewöhnlichen Umständen stattgefunden. Diese Situation war in erster Linie der permanenten Konfrontation zwischen dem legislativen und dem exekutiven Zweig des Staates geschuldet, während das Staatsoberhaupt keine Mehrheit unter den Abgeordneten hatte.

Nach Kuczynskis Amtsenthebung übernahm Martín Vizcarra, der zuvor Vizepräsident war, gemäß Verfassung die Präsidentschaft. Etwas mehr als zwei Jahre vergingen, und die gleiche Geschichte, die seinem Vorgänger widerfuhr, wiederholte sich mit ihm. Anfang November 2020 stimmte ein dem Präsidenten feindlich gesinntes Parlament dafür,

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