Japan will noch mehr radioaktives Wasser ins Meer ableiten

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19-11-20 02:13:00,

IAEA-Experten überprüfen 2013 die japanischen Pläne zur Stillegung des Kernkraftwerks Fukushima

Tobias Tscherrig / 19. Nov 2020 –

Weil Japan nicht mehr weiss, wo es das radioaktiv verseuchte Wasser von Fukushima lagern soll, soll es ins Meer abgeleitet werden.

Gemäss Einschätzungen von Expertinnen und Experten sollen die Entsorgungsarbeiten des zerstörten Atomkraftwerks in Fukushima voraussichtlich 30 bis 40 Jahre dauern – und so erstaunt es nicht, dass die radioaktiven Abfälle auch 2020 nicht einfach verschwunden sind. Aktuell hat die japanische Regierung ein drängendes Problem: Auf dem Gelände des zerstörten Atomkraftwerks gibt es keinen Platz mehr zur Lagerung des kontaminierten Wassers. Also hat sie den Entscheid getroffen, das radioaktiv verseuchte Wasser in den Pazifik zu leiten. Gemäss verschiedenen Berichten könnte die formelle Ankündigung bereits in diesem Jahr erfolgen.

Nach einer siebenjährigen Debatte ist nun klar, wie die japanische Regierung das Problem lösen will: Das Kühlwasser soll nach einem Filterungsprozess ins Meer abgeleitet werden. Nach der Filterung soll das Wasser gemäss Angaben der Behörden «nur» noch Tritium enthalten, das sich mit den vorhandenen Technologien nicht herausfiltern lasse. Laut Fachleuten sei Tritium für den Menschen nur in sehr hohen Dosen schädlich. Auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) argumentiert, dass ordnungsgemäss gefiltertes Wasser sicher in den Ozean geleitet werden könne, ohne Umweltprobleme zu verursachen.

Als Folge der Kernschmelzen wurden grosse Mengen an radioaktivem Material wurde freigesetzt und kontaminierten Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel. 100’000 bis 150’000 Einwohnerinnen und Einwohner mussten das betroffene Gebiet verlassen. Hunderttausende zurückgelassene Nutztiere verhungerten.

«Billigste und schnellste Lösung»

Dass aus dem beschädigten Kernkraftwerk Fukushima Daiichi radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik ausläuft, ist keine Neuigkeit: Seit beinahe einem Jahrzehnt strömt das kontaminierte Wasser in die Natur. Der AKW-Betreiber Tokyo Electric Power Co. (TEPCO) versucht, die Wassermassen aufzuhalten und speichert den Grossteil des radioaktiven Wassers – bisher rund 1,2 Millionen Tonnen – in über 1000 Wassertanks, die auf dem Gelände der Kernkraftruine stehen. Hinzu kommen täglich ungefähr 300 Tonnen Wasser, die genutzt werden, um die geschmolzenen Kernbrennstoffe aus den drei zerstörten Reaktoren in Fukushima kühl zu halten. Deshalb müssen jede Woche neue Tanks gebaut werden, um den Zustrom zu bewältigen.

Doch der Lagerplatz wird knapp, TEPCO hat nicht mehr genug Speicherraum. Die enormen Mengen verstrahlten Wassers werden zunehmend zum Problem.

Allerdings stösst der Plan,

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