Leipzig im Herbst

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19-11-20 02:37:00,

Die Initiatoren der Querdenkenbewegung luden erneut zu einem friedlichen Protest ein. Unter dem Titel „Freiheit durch Einheit — die zweite friedliche Revolution“, sollte am 7. November 2020 in Leipzig ein deutliches Zeichen gegen die Maßnahmen der Regierung gesetzt werden, die ich fotografisch begleitete. Ich schätze, dass es an die vierzigtausend Menschen waren, die dem Aufruf des friedlichen Protests folgten.

Die bekanntesten Sprecher waren der Kabarettist Uwe Steimle, Ex-Fußballnationalspieler Thomas Berthold und der Chefredakteur der Zeitschrift „Demokratischer Widerstand“ Anselm Lenz. Menschen jeglicher Couleur und allen Alters waren zugegen. Sie alle lauschten friedlich den Reden, bis die Stadt gegen 15 Uhr die Demonstration offiziell beendete, da der Mindestabstand nicht immer eingehalten und gegen die Mund-Nasenschutzverordnung verstoßen wurde, gegen die die Teilnehmer vorrangig protestieren.

Die Masse der Demonstranten entschied sich jedoch, durch die Stadt zu ziehen und trotz allem ein Zeichen zu setzen. Die Polizei setzte dem friedlichen Marsch erfreulicherweise nichts entgegen und ließ die Menschen ziehen. Es gab vereinzelte Ausschreitungen, von denen jedoch nicht mit Gewissheit gesagt werden kann, ob sie von den Teilnehmern oder Provokateuren ausgingen. Die Medien suggerierten im Nachhinein, dass es zu schlimmen Ausschreitungen kam, ohne dabei zu erwähnen, dass ein Großteil dieser Szenen in einem ganz anderen Stadtteil stattfanden und auch nicht von den Teilnehmern der Querdenken-Demonstration ausgingen.

Die genauen Vorfälle kann ich aber nicht belegen. Ich persönlich habe nur friedliche Menschen gesehen. In meinen Bildern versuche ich, die Stimmung wiederzugeben, die vorherrschte. Unterstrichen habe ich es mit einem Bildstil, der an die achtziger Jahre erinnern soll.

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Immer öfter erhält man erstaunte Reaktionen und wird mit der Frage konfrontiert, weshalb man zu Demonstrationen dieser unverantwortlichen und unsolidarischen Menschen geht. Neulich wurde ich gefragt, wo denn meine Freiheit eingeschränkt worden sei. Ich antwortete recht ausführlich und versuchte die Komplexität dieses Themas dennoch kurz und knapp zu beschreiben.

Ich erwähnte unter anderem, dass es merkwürdig sei, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO die Standards zur Ausrufung einer Pandemie vor kurzem gesenkt hatte und folglich nun in der Lage sei, in der Zukunft jede Krankheit als Pandemie auszurufen. Ich empfahl eine Arte-Reportage mit dem Titel „Profiteure der Angst“, in der vor Jahren schon die gleichen Protagonisten Panik verbreiteten und Experten wie Dr. Wolfgang Wodarg Beachtung geschenkt wurde, was heute nicht mehr der Fall ist.

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