Moskau an „respektvollem Dialog“ mit Berlin interessiert

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19-11-20 10:14:00,

Vor wenigen Tagen äußerte Russlands Außenminister Sergej Lawrow scharfe Kritik an der Verhaltensweise der Bundesregierung. Auf RT Deutsch sagte Lawrow zum Thema Nawalny, dass Moskau „allen Grund zur Annahme habe, dass alles – was auch immer mit Nawalny im Hinblick auf Kampfstoff-Kontamination seines Körpers geschah – in Deutschland eingetreten sein könnte – oder im Flugzeug, in das er verladen und mit dem er zum Klinikum Charité geflogen wurde“. Die Kontamination sei mutmaßlich erfolgt, nachdem Nawalny Russland verlassen hatte, wahrscheinlich in Deutschland, so Lawrow.

Der russische Außenminister kündigte an, dass es jetzt eine Antwort auf die gegen Russland gerichteten Sanktionen geben werde: „Da die EU-Sanktionen im Fall Nawalny – und ich möchte betonen, dass Deutschland die treibende Kraft dieser Sanktionen war – leitende Mitarbeiter in der russischen Präsidialverwaltung betreffen, werden unsere Gegensanktionen genau diese Sanktionen widerspiegeln. Sie wurden bereits beschlossen und wir werden unsere deutschen und französischen Kollegen bald darüber informieren. Die Sanktionen werden führende Beamte der Staats- und Regierungschefs Deutschlands und Frankreichs betreffen.“

Die Botschaft der Russischen Föderation twitterte: „Wir sehen, dass Deutschland zum führenden Staat bei der Zuspitzung der Beziehungen zu Russland war. Das macht uns Sorgen, u.a. bezogen auf die globale Rolle, die Deutschland in Europa spielte und offenbar wieder in Europa spielen will.“

Moskau hat nach der Ankündigung gegen eine Reihe von Vertretern Deutschlands und Frankreichs Sanktionen verhängt. Lawrow teilte mit, dass Russland die betroffenen Staaten über die Strafmaßnahmen in Kürze informieren werde. Die Einschränkungen sind eine Antwort auf ein Strafmaßnahmenpaket, das die Europäische Union am 15. Oktober mit dem Fall Nawalnys verhängt hatte. Die EU-Sanktionen betreffen sechs hochrangige Beamte und ein Chemie-Forschungsinstitut und sehen das Verbot für Reisen in die EU und das Einfrieren von Aktivitäten in der EU vor.

Lawrow fügte hinzu, dass Russland aufrichtig an einem „gegenseitigen respektvollen Dialog mit Deutschland“ interessiert sei. Die Zeit der Spannungen müsse überwunden werden: „Wir gehen davon aus, dass die Zeit der Spannungen in unseren bilateralen Beziehungen überwunden werden kann und muss. Vertreter unserer bürgerlichen Gesellschaften, der russisch-deutschen gesellschaftlichen Dialogplattformen können ihren Beitrag zu diesen Bemühungen leisten“, betonte Lawrow.

Das „groß angelegte Potenzial der russisch-deutschen Beziehungen bleibe leider unrealisiert“, fuhr Lawrow fort. Denn in Berlin werde der „Kurs auf die Zügelung Russlands durch andauernde Vorwürfe, Ultimaten und Drohungen verstärkt“.

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