Behörden geben zu viele Corona-Hospitalisierte und -Tote an

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20-11-20 10:09:00,

Urs P. Gasche / 20. Nov 2020 –

10 bis 20 Prozent aller Covid-19-Patienten in Spitälern sind nicht wegen Corona im Spital. Genau will es niemand wissen.

Fast täglich informieren Behörden und Medien über die steigenden Zahlen von «Hospitalisierungen». Darunter verstehen die meisten Leute Patientinnen und Patienten, die ins Spital mussten, weil sie an Covid-19 erkrankt sind. Die NZZ beispielsweise schrieb wiederholt von «Spitaleintritten» oder «mehr neuen Spitaleintritten als im Frühling».

Das Wort «Spitaleintritte» verrät, dass die NZZ nicht geprüft hat, wie denn die Corona-Fälle in Spitälern erfasst werden. Tatsächlich handelt es sich in manchen Fällen nicht um «Spitaleintritte» oder «Hospitalisierungen» wegen Covid-19, sondern um Patienten, die wie über 3000 andere aus einem anderen Grund täglich in ein Spital kamen und erst dort routinemässig auf Sars-Cov-2 getestet wurden.

Auch wenn solche Patientinnen, die dann positiv getestet wurden, keine oder nur unbedeutende Covid-19-Symptome haben, kommen sie in die Statistik der hospitalisierten Corona-Fälle. Das ergaben Recherchen von Infosperber.

Universitätsspital Zürich: «Das Krankheitsbild spielt keine Rolle»

Das Universitätsspital Zürich testet nach eigenen Angaben bereits seit April «sämtliche stationär eintretenden Patienten». Das Spital trägt alle positiv Getesteten ins Meldeformular des Bundesamts für Gesundheit BAG ein. Der Arzt muss darauf zu Handen des BAG sowie des Kantonsarztes ankreuzen, ob der oder die positiv Getestete «keine Symptome» oder nur «Husten» oder «Kopfschmerzen hat, oder aber an «Atembeschwerden», «mindestens 38 Grad Fieber», «Pneumonie» oder sogar an einem «akuten Lungenversagen» leidet. Doch ob schwere Symptome oder keine Symptome: Alle positiv Getesteten nimmt das BAG in die Statistik der hospitalisierten Covid-19-Patienten auf.

Es sei «nicht unterscheidbar», ob es sich bei den positiv getesteten Patienten um Neueintritte oder um bereits aus anderen Gründen eingetretene Patientinnen und Patienten handelt, teilte das Statistische Amt des Kantons Zürich mit. Das Universitätsspital seinerseits gibt nicht bekannt, wie viele der auf Sars-Cov-2 positiv Getesteten aus anderen Gründen ins Spital eingeliefert wurden. Es seien gegenwärtig «keine Kapazitäten vorhanden», um die Daten so auszuwerten, teilte die Kommunikationsbeauftragte mit.

Universitätsspital Genf: «Auch Positive ohne Symptome werden mitgezählt»

Ebenso testet das Universitätsspital Genf alle Patientinnen und Patienten auf Sars-Cov-2, selbst wenn sie keine Symptome haben. Es gehe darum, dem Verbreiten des Virus im Spital vorzubeugen, erklärte die Medienstelle. Eine Angabe darüber, wie viele der im Spital positiv Getesteten nicht wegen Covid-19-Symptomen,

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