Corona-Proteste: Zwei Stunden lang Wasserwerfer-Einsatz

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21-11-20 09:58:00,

Screenshot von RT-YouTube-Video

Das Vorgehen der Polizei am Tag der Abstimmung über das Infektionsschutzgesetz war eine politische Machtdemonstration

Von einem “milden Einsatz”, einer “Beregnung von oben” mittels “Sprühnebel”, einem “Wasserregen nach Art einer Gießkanne” sprach die Berliner Polizeiführung, nachdem sie am Mittwoch Wasserwerfer einsetzte gegen Menschen, die gegen die Verabschiedung des Infektionsschutzgesetzes demonstrierten.

Die Polizei-Poesie, die von Medien bereitwillig kolportiert wurde, vernebelte eine andere Realität: Mehr als zwei Stunden dauerte der Wassereinsatz, am Ende waren fünf Wasserwerfer im Einsatz, die die Menschenmenge von zwei Seiten unter Beschuss nahmen. Zahllose Demonstranten waren durchnässt, durch Pfefferspray oder Knüppelschläge verletzt.

Seit 2013 war in Berlin kein Wasserwerfer mehr eingesetzt worden. Man könnte auch sagen: Das zeigt, wie ernst die Demonstrationen gegen die Corona-Politik genommen werden, zugleich aber auch, wie wenig demokratische Rechte gelten.

Eine ältere Frau aus dem Umland von Berlin ist alleine zur Demonstration in die Hauptstadt gekommen. Neben dem Wasser macht ihr vor allem das Pfefferspray zu schaffen, das ihr ins Gesicht gesprüht wurde. Ihre Nase blutet. Ja, bestätigt sie, die Polizei habe formal korrekt vor dem Einsatz aufgefordert zu gehen. Das sei aber nicht so einfach gewesen. Eine Polizistin bietet ihr an, sie zu einem Sanitätswagen zu bringen, was sie aber ablehnt. In nassen Klamotten muss sie sich mit der S-Bahn nun auf den Heimweg machen.

Ein klitschnasser Berliner migrantischer Herkunft, der ebenfalls alleine da ist, hat es einfacher. Er wohnt in der Nähe. Er berichtet einer fragenden Gruppe noch kurz über den Einsatz und macht sich dann schnell auf den Weg nach Hause.

Vier junge Männer, ebenfalls durchnässt, sind mit dem Auto extra aus Hamburg angereist. Ersatzkleidung haben sie nicht dabei. Sie würden sich nachher eben nackt ins Auto setzen, scherzen sie. Sie seien absolut friedlich gewesen. Die Polizei habe angefangen, die Leute nach hinten wegzudrücken und dann ohne Vorwarnung Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt.

Zwei andere Männer sind gemeinsam aus dem Harz nach Berlin gefahren. Einer von ihnen ist komplett nass. Ersatzkleidung hat er nicht. Er habe so etwas zwar geahnt, aber dass es so schlimm werde, habe er nicht gedacht. Sein Begleiter gibt ihm zumindest eine trockene Jacke von sich.

Aus Bamberg hatten sich zwei junge Männer auf den Weg gemacht, weil sie befürchten,

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