Das neue Internet

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21-11-20 10:43:00,

Hier stelle ich die Web-3.0-Bewegung und die Technologie dahinter vor und möchte aufzeigen, weshalb sie das Potenzial besitzt, das Internet auch künftig frei und offen zu halten.

Am 31. Oktober 2008, also vor etwas mehr als zwölf Jahren, veröffentlichte ein bis heute unbekannter Software-Entwickler unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto — meistens nur Satoshi genannt — die Beschreibung einer neuartigen, dezentralen und digitalen Währung, die er „Bitcoin“ taufte. Wenig später erschien die erste funktionierende Version von Bitcoin. Waren erste Bitcoins nur wenige tausendstel Cent wert, liegt der Wert eines Bitcoins — Stand Anfang November 2020 — bei über 12.000 Euro. Eine beispiellose Entwicklung. Zuvor waren bereits viele Versuche, eine Internetwährung zu erschaffen, gescheitert. Was unterscheidet Bitcoin von diesen frühen Fehlschlägen?

Die Antwort findet sich in jenem Dokument des mysteriösen Bitcoin-Erfinders vom Oktober 2008 mit der Überschrift: „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ Zu deutsch etwa „Bitcoin: Ein elektronisches Geldsystem unter Gleichberechtigten“. Darin beschreibt Satoshi einen Weg, sicherzustellen, dass kein Nutzer der neuen Währung betrügen kann, zum Beispiel indem er gefälschte Überweisungen tätigt oder falsche Kontostände vorgaukelt. Das mag zunächst vielleicht trivial klingen, ist es jedoch nicht. Wer bestimmt denn, wer was besitzt und welche Transaktionen gültig sind?

Im klassischen Finanzsystem wird diese Funktion von Verwaltungsorganisationen übernommen, die als Mittelsmänner fungieren. Entscheidend ist: Diese Organisationen — meist Banken — überprüfen, welche Kontostände und Transaktionen wahr oder gültig sind und welche nicht.

So können zwei Parteien, die sich gegenseitig weder kennen noch vertrauen müssen, miteinander handeln und Werte austauschen. Es genügt, dass beide Seiten einem Mittelsmann vertrauen, der für die Gültigkeit von Transaktionen bürgt. Bei aller gerechtfertigten Kritik am Finanzsystem ist dies ein enormer Vorteil, der für unsere komplexe, moderne Gesellschaft von großer Bedeutung ist. Gleichzeitig erhalten die Mittelsmänner, also Banken und Finanzinstitute, dadurch eine zum Rest der Wirtschaft übergeordnete Bedeutung.

Die exponierte Machtposition von Mittelsmännern ist ein wichtiger Faktor hinter vielem, an dem unsere Gesellschaft heute krankt. Das gilt nicht nur für das Finanzsystem, sondern gleichermaßen für Massenmedien und Internetkonzerne, die als Drehscheiben des globalen Informationsflusses zwischen den Sendern und Empfängern von Informationen stehen.

Bei Bitcoin gibt es keine Mittelsmänner. Ihre Rolle entfällt. Stattdessen wird der Informationsaustausch zwischen Sendern und Empfängern von einem dezentralen Netzwerk von Computern abgewickelt. Jeder Rechner im Netzwerk überprüft dauerhaft die Richtigkeit des gesamten Informationsflusses innerhalb des Netzwerkes.

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