Mörderische Spezies

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26-11-20 07:15:00,

1933 wurden im US-Bundesstaat Nebraska 470.000 Rinder und 438.000 Schweine getötet. Nicht etwa, um sie zu Fleisch zu verarbeiten, das später dann auf den Tellern der amerikanischen Bevölkerung landen sollte. Auch nicht, um aus ihren Fellen Kleidung zu produzieren. Nein: Die rund eine Million fühlender Lebewesen mussten ihr Leben lassen, um den Lebensmittelpreis möglichst hoch zu halten.

Dieser Wahnsinn ging auf den Agricultural Adjustment Act von 1933 zurück. Da die Farmer — von den Nachbeben der Finanzkrise von 1929 unbeschadet — munter „produzieren“ konnten, lag das Angebot an Zuchttieren, respektive Fleisch, weitaus höher als die Nachfrage der verarmten Bevölkerung, und damit fiel der Preis in den Keller. Um Abhilfe zu schaffen, musste das Angebot enorm reduziert werden, mit dem Ziel, dass der Preis wieder anstieg und somit die Farmer ihre Produkte gewinnbringend verkaufen und ihre Kosten decken konnten. Dieses Ziel verfolgte man allerdings nicht, indem man die Tiere in die Freiheit, in die unendlichen Weiten der damals noch dünn besiedelten USA entließ. Nicht doch – man erschoss sie einfach.

Knapp eine Million Leben erloschen. Und das nicht in eines ausbalancierten Wechselspiels des Fressens und Gefressen-Werdens, wie man es aus dem Tierreich kennt. Nein! Echten Leben wurde gewaltsam ein Ende bereitet, um eine Fehlentwicklung in einem mehr oder minder künstlichen Konstrukt aus Angebot und Nachfrage zu korrigieren.

Das Beispiel zeigt, in welch erbärmlicher Beziehung sich der moderne, zivilisierte Mensch zur Natur befindet, wenn er zu solch diabolischen Taten imstande ist, ohne diese als abscheulich zu empfinden oder überhaupt in Frage zu stellen. Diese Tiere wurden allem Anschein nach auch nicht mehr als Lebewesen behandelt oder gesehen, sondern als reine Objekte, als eine „organische“ Tauschmasse. Das ist der vollkommene Gegensatz zur spirituellen Geisteshaltung der nordamerikanischen Ureinwohner, die stets darauf bedacht waren, auf alles Nehmen aus der Natur mit einem (Zurück-)Geben zu reagieren, um damit die Balance zu erhalten.
Diese Tiere verachtende Geisteshaltung ist bis heute allgegenwärtig. Die Geisteshaltung, in der Tiere als auszubeutende Objekte betrachtet werden, die zu einem bestimmten Zweck beliebig gefangen gehalten, gequält, ermordet und dann gegessen werden können.

So wiederholt sich die Geschichte immer wieder und wieder. 2012, also wieder kurz nach einer weltweiten Wirtschaftskrise, wurden weltweit (!) millionenfach Tiere „grundlos“ geschlachtet, ohne sie anschließend zu verzehren oder weiterzuverarbeiten.

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