Zurück in der Unabhängigkeit

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26-11-20 07:27:00,

Anfang November gab Glenn Greenwald sein Ausscheiden aus The Intercept bekannt. Der Anlass: Die Redakteure der Online-Zeitung, die Greenwald mitgegründet hat, versuchten einen kürzlich von ihm geschriebenen Artikel zu zensieren, der von der Korruption Joe Bidens handelt und von der gemeinsamen Anstrengung der Medien, diese Geschichte zu unterdrücken. Greenwalds Vertrag mit The Intercept garantierte ihm redaktionelle Unabhängigkeit. Mit dem Zensurversuch verletzte The Intercept diesen Vertrag.

Greenwald begründet seine Entscheidung hier.

Er erklärte seine Gründe auch in der Fernsehshow Tucker Carlson Tonight.

Seine Korrespondenz mit der Intercept-Redaktion ist hier.

Sein abgelehnter Artikel „Der wahre Skandal: Die US-Medien benutzen Lügen, um Joe Biden vor Hunters E-Mails zu schützen“ ist hier.

Die Intercept-Redakteure reagierten auf seinen Rücktritt mit einer scheinheiligen Stellungnahme, die keine seiner Behauptungen entkräftet. Darin heißt es:

„Wir haben die größte Hochachtung für den Journalisten, der Glenn Greenwald einmal war, und schauen mit Stolz zurück auf die Arbeit, die wir in den letzten 6 Jahren zusammen mit ihm gemacht haben. Es ist Glenn, der sich von seinen ursprünglichen journalistischen Wurzeln entfernt hat, nicht The Intercept.

Hmmm. Nein. Ich lese Glenn Greenwald, seitdem er vor fünfzehn Jahren zum ersten Mal in seinem damaligen Blog „Unclaimed Territory“ publizierte. Später schrieb er für Salon und The Guardian. Jeder Greenwald-Artikel, den ich gelesen habe, war die investierte Zeit wert. An seiner Art zu schreiben hat sich nichts geändert. Es war The Intercept, das sich schon kurze Zeit nach seinem Start von dem entfernte, was es versprochen hatte zu sein, und das in der liberalen Medienlandschaft etwa so nutzlos wurde wie die #MeToo-Kampagne.

Auch andere haben zu dem Rücktritt Stellung bezogen:

  • Matt Tabibi hat in seinem Substack-Blog über Greenwalds Entscheidung geschrieben.
  • Yves Smith hat in Naked Capitalism eine nachdenkliche Stellungnahme verfasst.
  • Michael Tracey steuert seine Gedanken in diesem Video bei.

Meine erste Reaktion auf Greenwalds Rücktritt war die Frage: Warum erst jetzt?

Die Antwort ist, wie Greenwald selbst erwähnt, die finanzielle Sicherheit,

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