Nation im Büßerhemd

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01-12-20 05:13:00,

Könnte es sein, dass der Ursprung des seltsam irrationalen Verhaltens breiter Schichten der Bevölkerung in einer völligen Fehleinschätzung von sich selbst begründet liegt? Eine Fehleinschätzung, die auf einem fatalen Missverständnis der eigenen wahren Natur und einer Kultivierung eines selbstverurteilenden Egos basiert? Dieses unbewusst urteilende Ego ist der Grund für eine Lebenslüge, der alles schonungslos geopfert wird.

Seit der Katastrophe, die durch das Dritte Reich verursacht wurde, versuchen die Deutschen in der dritten Generation von nicht direkt am Untergang Beteiligten, die Vergangenheit zu bewältigen und zu verarbeiten. Das verzweifelte Bemühen um Läuterung, Selbstverurteilung und Schuldanerkennung, Scham und inquisitorische Verachtung von allem, was an Nation, Stolz, Heimat, Identität erinnert, schwingen hier mit. Folge ist eine vorauseilende Political Correctness, eine Unterwürfigkeit, ein Ringen um Verzeihung und die Betonung der Schande der deutschen Vergangenheit, was ein Schuldbewusstsein ausdrücken soll, das der ganzen Welt die Unmöglichkeit der Wiederkehr des Faschismus in Deutschland beweisen will.

Der seitdem anhaltende Gang nach Canossa, die tief verwurzelte Überzeugung der Menschen, dass das Böse deutsch ist, während die Gräueltaten anderer Nationen hinter diesem deutschen Monster immer mehr verschwinden, münden in eine identitätslose Gesellschaft, die vieles unterdrückt, was für ein selbstbestimmtes Dasein wichtig ist.

Jeder Schüler lernt im Geschichtsunterricht, dass der Mensch — und ganz besonders der Deutsche — zu gewaltsamen Ausbrüchen neigt und es von daher besonderer Aufklärung über deutsche Verpflichtungen gegenüber der Vergangenheit bedarf. Dieses Bewusstsein zu erzeugen gelingt über die Schrecken des Mittelalters, die Schlachten des Dreißigjährigen Krieges und die Grauen der Inquisition bis hin zum Nationalsozialismus, der im Gewaltexzess endete. Und ja, ich stimme vollkommen damit überein, dass es enorm wichtig ist, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Diese darf allerdings nicht in der Selbstverurteilung und Selbstverleugnung enden. Zur sinnvollen Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse gehört auch, Frieden zu machen mit den eigenen Schuld- und Schamgefühlen, um ein gesundes Verhältnis mit der eigenen Identität zuzulassen.

Währenddessen ist man heute mit emsiger Betriebsamkeit dabei, selbst die eigene Sprache bis zur Lächerlichkeit zu verstümmeln. Im Bemühen um politisch korrekte Selbstkastrierung wird alles verleugnet, was nur entfernt an Geschlecht oder Rasse erinnert. Man versucht die eigene Urteilsfähigkeit durch Vergewaltigung der Sprache zu überlisten.

Gleichzeitig instrumentalisieren die gleichen Scharfmacher, die diese Political Correctness ad absurdum führen, völlig bedenkenlos neue Verunglimpfungen und Diffamierungsbegriffe scheinbar sorglos zur faschistoiden Gleichmachung unbescholtener Bürger. So sind der Verschwörungstheoretiker, der Aluhutträger,

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