Neue Seltsamkeiten der Pandemie – Studie aus England wirft Fragen nach dem Sinn von Lockdowns auf

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15-12-20 04:25:00,

Zu den Seltsamkeiten in der Überschrift ergänzen wir nunmehr noch Seltsamkeiten einer Studie, die gerade im Lancet erschienen ist. Wie mittlerweile Normalität ist ein ganzes Autorenrudel für die Studie mit dem Titel ” Community prevalence of SARS-CoV-2 in England from April to November 2020: results from the ONS Coronavirus Infection Survey” (ab sofort Pauwels et al.) verantwortlich.

Die Studie ist monumental. Das heißt: Sie ist eigentlich monumental.

  • 1.191.170 Nasenabstriche, die von
  • 280.327 Engländern stammen, darunter
  • 5.231 SARS-CoV-2 positive Nasenabstriche (mittel PCR-Test bestimmt) von
  • 3.923 Individuen aus
  • 3.056 Haushalten

Dass mehr positive Tests als Individuen vorliegen, liegt an einer weiteren Stärke der Studie: Es ist eine longitudinale Studie, die seit dem 26. April 2020 läuft und in deren Verlauf die Testpersonen mehrfach von Mitarbeitern der Studie aufgesucht werden und dabei mehrfach Nasenabstriche (Eigenabstrich unter Aufsicht) durchgeführt werden. Die Studie macht es somit möglich, die doppelten Tests, die in den offiziellen Statistiken natürlich nicht ausgewiesen werden, aus der Inzidenz herauszurechnen. Während die Inzidenz dann, wenn man alle positiven Tests auf die Grundgesamtheit rechnet, bei 1.9% liegt, liegt die tatsächliche Inzidenz bei 1,4%, also um 26% niedriger. Wir sammeln in diesem Text Seltsamkeiten: Im Beitrag von Pauwels et al. wird darauf nicht hingewiesen.

Der Beitrag ist ein sehr seltsamer Beitrag.

Das Autorenrudel (Pauwels et al.), das auf einem Datenschatz sitzt, wie ihn sich ein Sozialforscher nur wünschen kann, hat einen Beitrag von 9 Seiten verfasst. Eine Seite enthält das sehr lange Abstract. Drei Seiten sind einer an Allgemeinheit kaum zu übertreffenden Einführung, technischen Feinheiten und Fragen der statistischen Analyse, die in epischer Breite diskutiert werden, gewidmet. Die Ergebnisse werden auf einer Seite besprochen und auf weiteren zwei Seiten diskutiert, wobei die Diskussion weniger die Ergebnisse, als die Vor- und Nachteile der statistischen Analyse umfasst. Eine Seite ist den Literaturangaben vorbehalten.

Man muss sich den Datenschatz zunächst einmal vergegenwärtigen, wenn man so richtig würdigen will, was die Autoren alles nicht analysiert haben. Die Autoren haben wöchentliche Angaben für 10.000e von Personen. Für diese Personen sind demographische Angaben vorhanden, ihr Beruf ist bekannt, ihre Tätigkeit ist bekannt, es ist bekannt, wie groß ihr Haushalt ist, es gibt Angaben zu ihrem Freizeitverhalten und vieles mehr,

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