Der Zwei-Klassen-Sport

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16-12-20 03:50:00,

Betreiben die politischen Akteure derzeit eine Zwei-Klassen-Politik im Sport? Der Profisport darf in diesen Tagen weiter seinen Weg gehen. Zuschauer sind in den Hallen und Stadien zwar nicht erwünscht, aber der Profisportler eines Fußball-, Handball- oder anderen Sportvereins darf munter weiter seinem Beruf nachgehen.

Für den Breitensport gilt diese Devise nicht. Der Amateursport ist ausgesetzt. Entsprechende Einrichtungen bleiben geschlossen. Seit dem 2. November 2020 ruht der Sport für all diejenigen, die damit kaum oder gar nicht ihren Lebensunterhalt verdienen, sondern ihn als Hobby und Ausgleich betreiben. Der Unmut über diese Maßnahme ist unbeschreiblich groß und das Unverständnis ist noch sehr viel größer.

Der überwiegende Teil der sportlichen Akteure in Deutschland sind Amateursportler. Sportler also, deren Lebensunterhalt zwar nicht von einer sportlichen Tätigkeit abhängt, die aber doch einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität hat. Es ist eine Vielzahl an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die das Fundament für ein paar tausend Profisportler bilden. Ohne diese breite Basis gäbe es längst nicht solch einen dominanten deutschen Profisport, auch international nicht.

Den Freizeitsport lässt die Politik im öffentlichen Raum zurzeit nicht zu. Nur die Riegen der Berufssportler werden weiterhin gefördert.

Und wer wird nun wieder einmal privilegiert behandelt? Der Profifußball. Das sportliche Treiben in den deutschen Fußballstadien darf weitergehen. Die Kassen der Fußballgiganten sollen unaufhörlich jeden noch so kleinen Taler schlucken. Da hilft gerne auch einmal der Staat nach, wenn 40 Millionen Groschen benötigt werden — Stichwort: FC Schalke 04.

Das Gejammer der Funktionäre war groß, als im April und Mai dieses Jahres auf einen Re-Start der Fußball-Bundesliga gedrängt wurde. Die fehlenden Fernsehgelder waren der Hauptgrund für das kindliche Geschrei mancher Fußballfunktionäre. Plötzlich stören da auch keine positiven Corona-Tests oder unzureichend eingehaltene Hygiene-Konzepte. Selbst die örtlichen Gesundheitsämter biegen die Sache schon im Interesse der Fußballkonzerne hin.

Die vielen Amateurvereine durften dagegen erst wieder im Sommer vollumfänglich starten. Wer hierbei nach einer vergleichbaren Behandlung von Profisportlern und Amateuren sucht, wird bitter enttäuscht. Gerade diese Unterscheidung soll es hierzulande nun einmal geben. Ein Profi ist „systemrelevant“, ein Freizeitsportler nicht.

Wäre es zu viel des Guten, gerade von der Basis, also den Amateurvereinen und den zugehörigen Verbänden, ein Urteil einzuholen oder diese bei der Entscheidungsfindung mit einzubeziehen? Weshalb wird der Freizeitsport immerzu derart stiefmütterlich behandelt? Antworten darauf geben die Entscheider nicht.

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