Jesus: Der neue Zeuge Coronas

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16-12-20 11:50:00,

Die Berichterstattung zu Corona hat einen großen emotionalen und ablenkenden Anteil: Sie transportiert dadurch weitgehend nicht die suggerierten „wissenschaftlichen Erkenntnisse“. Als letzter „Verbündeter“ der Meinungsmache wird nun auch Jesus von Nazareth missbraucht: So naheliegend die Nutzung der mythischen Figur ist, so schief ist das Bild. Von Tobias Riegel.

Wenn die Berichterstattung zu einem eigentlich eher trockenen politisch-medizinisch-gesellschaftlichen Thema mit emotionalen Bildern arbeitet und die proklamierte Wissenschaft mit mythischen, kitschigen, individuell-persönlichen oder quasi-religiösen Elementen „anreichert“ – dann ist Skepsis angebracht. Denn die Nutzung dieser nicht hoch angesehenen Boulevard-Techniken spricht bereits dafür, dass die Menschen, die sie nutzen, nicht einmal selber von der Kraft der eigenen Argumente überzeugt sind.

Ein Beispiel für eine keine nützlichen Informationen, sondern nur lähmenden Schrecken verbreitende Berichterstattung vieler großer Medien sind die „Bilder von Bergamo“. Meist wird heute hinzugefügt, dass wir uns an diese emotionalen Bilder ja „alle erinnern“, als würde diese kollektive Erinnerung die argumentative Kraft der Fotos stärken: Wie könnten wir die für die „Pandemie“-Bekämpfung aussagelosen Schockbilder denn auch vergessen, nachdem uns diese Bilder in Endlosschleife gezeigt wurden?

„Jesus hätte Oma nicht besucht“

Nun gibt es eine weitere Facette einer solchen unwissenschaftlichen, emotionalisierenden und dadurch ablenkenden Berichterstattung: Kurz vor den dieses Jahr ganz offiziell diffamierten Weihnachts-Familienfeiern wird die Figur des Jesus von Nazareth als angeblicher Verbündeter der „Verantwortungsvollen“ in ihrem Kampf gegen die Disziplinlosigkeit des Pöbels ins Feld geführt und – man muss es so bezeichnen – missbraucht.

Würde Jesus also „die Oma“ an Weihnachten alleine lassen, wie der „Spiegel“ behauptet, weil die Regierung und ihre Berichterstatter das so verordnen? Würde sich Jesus einen durch diese Regierung hastig bestellten und intensiv beworbenen Impfstoff verabreichen lassen, wie die „Chefreporterin Politik“ der „Funke Zentralredaktion“ in diesem (mittlerweile gelöschten) Tweet behauptet? Und was bedeutet es für uns, dass “Jesus und Maria am Heiligen Abend auch alleine“ waren, wie Sachsens Regierungschef Kretschmer laut Medien behauptet?

Zur Verteidigung dieser neuen Überschreitung kann man sagen, dass die Benutzung von Jesus für die eigene Propaganda kurz vor Weihnachten zunächst naheliegend und verführerisch erscheint. Aber nur auf den ersten Blick. Denn bei näherer Betrachtung haftet diesen Versuchen der Instrumentalisierung etwas Verzweifeltes an, der Eindruck eines letzten zu ergreifenden Strohhalms.

Die Banalisierung des christlichen Mythos zur Indoktrination

Als Nicht-Theologe habe ich keine Detail-Kenntnis zu Jesus’ mutmaßlichen Einstellungen zu damaligen Hygieneregeln,

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