Warum Präsident Putin Joe Biden nun zum Wahlsieg gratuliert hat | Anti-Spiegel

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16-12-20 11:34:00,

Da mich Leser gefragt haben, ob es wahr sei, dass Putin Biden zur Wahl gratuliert hat, gehe ich hier kurz darauf ein. So viel vorweg: Ja, das stimmt.

Putin hat – im Gegensatz zu vielen anderen Staatschefs – Joe Biden bisher nicht zum Wahlsieg gratuliert. Allerdings sollte man da nicht hineininterpretieren, dass Putin sich zurückgehalten hätte, weil er Trump mag oder Biden nicht mag. Putin ist Profi und vor allem Jurist. Er hat in den letzten Wochen immer wieder gesagt, dass er erst dann einem der Kandidaten gratulieren könne, wenn dessen Wahlsieg offiziell feststeht oder wenn der unterlegene Kandidat seine Niederlage eingestanden hat. Dass die Presse jemanden zum Wahlsieger erklärt, reichte Putin als Bestätigung des Wahlergebnisses nicht aus.

Es wäre eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der USA, wenn man jemandem gratuliert, dessen Wahl noch nicht zweifelsfrei feststeht. Und da Putin sich stets gegen äußere Einmischungen in die Angelegenheiten anderer Staaten ausspricht, konnte er sich aus seinem eigenen Verständnis heraus gar nicht anders verhalten, als abzuwarten.

Es dürfte Putin am Ende aber egal sein, wer die Wahl gewonnen hat. Unter Trump, der sich immer wieder für ein besseres Verhältnis zu Russland ausgesprochen hat, wurden mehr anti-russische Sanktionen verhängt, als unter Obama. Und Trump hat den wichtigen INF-Vertrag gekündigt und der NEW START-Vertrag ist auch kaum mehr zu retten, in Sachen nukleare Abrüstung war Trump aus russischer Sicht also der Super-Gau. Hinzu kommen Trumps Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran und andere Dinge. Trump war aus Russlands Sicht kein freundlicher Präsident. Ob Trump diese Politik gemacht hat, weil er sie machen wollte, oder weil er aus innenpolitischen Gründen dazu gezwungen war, ist aus Russlands Sicht egal, wichtig sind die Fakten. Und die sind, wie sie sind.

Unter Joe Biden kann die US-Politik kaum noch anti-russischer werden, als sie es unter Trump war. In einigen Punkten (zum Beispiel Iran) dürfte Biden sogar eine Politik machen, die Russland besser gefällt, als die Politik von Trump. Auf anderen Gebieten dürfte Biden für Russland noch schlimmer sein, als Trump es war. Aber nennenswerte Veränderungen im Verhältnis zwischen den USA und Russland sind durch den Machtwechsel in den USA nicht zu erwarten. Und Putin geht es um sein Land, nicht um die Frage, wer den Präsidenten der USA stellt. Über die Frage, welche Politik Russland von welchem der Kandidaten zu erwarten hat,

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