Der fortgesetzte Fehlalarm

der-fortgesetzte-fehlalarm

17-12-20 04:36:00,

Bernd Seitz: Waren das Land und die Menschen wirklich dermaßen bedroht, dass solche einschneidenden Maßnahmen gerechtfertigt waren? Oder hat sich der Staat in der Coronakrise als einer der größten Fakenews-Produzenten erwiesen und, wie in Ihrem Buch betitelt, einen Corona-Fehlalarm ausgelöst?

Dr. Sucharit Bhakdi: Wenn ein neuer Krankheitserreger vor der Tür steht, ist es am Anfang nicht einfach, die Gefahr richtig einzuschätzen. Dann gibt es bekanntermaßen grundlegende Dinge, die beachtet werden müssen. Erstens: Es müssen so schnell wie möglich so viele Daten wie möglich erhoben werden, um aufgrund von Fakten Entscheidungen zu treffen. Das ist leider nicht passiert, ganz im Gegenteil. Zweitens: Es muss bei allen Maßnahmen eine Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen. Das ist nicht geschehen. Der einzige Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums, der sich selbstständig dieser Frage angenommen hat, wurde entlassen. Drittens: Es muss ständig überprüft werden, ob die Annahme einer Gefahrenlage korrekt war. Auch das ist nicht geschehen. Denn ab April/Mai war aufgrund internationaler Daten und der Entwicklung in Deutschland klar, dass wir nie eine ernste Gefahrenlage hatten. Spätestens dann hätte der Fehlalarm als solcher erkannt und beendet werden müssen.

Die Coronakrise wurde sehr schnell zur Coronapandemie heraufgestuft. Weltweit sprachen Politiker, Medien und mehr oder weniger selbsternannte Sachverständige von möglichen Millionen Coronatoten. Bestand zu irgendeinem Zeitpunkt eine über das Normalmaß hinausgehende Gefahr für die Bevölkerung?

Dr. Karina Reiss: Nein. Früher konnte eine Pandemie nur ausgerufen werden, wenn ein neuer Krankheitserreger weltweit für viele Tote sorgte. Die WHO hat 2009 die Definition rechtzeitig zur Schweinegrippe-Fake-Pandemie dahingehend geändert, dass die Kriterien „Neu“ und „Weltweite Verbreitung“ reichen. Sämtliche Hochrechnungen von angeblich Millionen Toten haben sich als genauso falsch erwiesen wie damals bei der Schweinegrippe.

Vergleicht man das neue „Killervirus“ mit früheren Coronaviren und dem Grippevirus: Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Dr. Sucharit Bhakdi: In der Wissenschaft gibt es bereits seit geraumer Zeit einen internationalen Konsens, nach dem wir es nie mit einem „Killervirus“ zu tun hatten. Die Einschätzung der Gefährlichkeit bewegt sich zwischen einer leichten (circa 0,1 Prozent Sterblichkeit) und einer mittelschweren (circa 0,5 Prozent Sterblichkeit) Grippe. In Jahren mit einer schweren Grippewelle wie 2017/2018 liegen wir deutlich über einem Prozent. Selbst durch die Hitzeperiode im Sommer 2018 sind in Deutschland mehr Menschen verstorben als durch das sogenannte „Killervirus“.

Viele Menschen denken, es liegt an den Maßnahmen der Bundesregierung, dass insgesamt nicht so viele Menschen gestorben sind.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: