Der Krieg der Worte

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17-12-20 03:46:00,

Eine ältere Dame erklärt mir betroffen: „Ich habe Aggressionen bei ihm freigesetzt!“ Vorausgegangen war ihrem Bericht eine Konfrontation an der Tankstelle mit dem Tankwart, der sie nicht eingelassen hatte, da sie keine Maske trug und sich weigerte, ihm ihr Attest zu zeigen. Also wurde die Polizei gerufen. Auch die Auseinandersetzung mit den Beamten war unerfreulich, da einer übergriffigerweise ihr Attest fotografieren wollte. Ein unbeteiligter Passant blaffte die Dame im Vorbeigehen an: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf der Intensivstation elend verrecken!“ So kam sie dazu, zu denken, sie hätte bei diesem Mann „Aggressionen freigesetzt“.

In solchen Dingen bin ich empfindlich. Ich fragte sie dann, ob sie denn denke, eine hübsche Frau würde durch ihr Hübschsein Männer zu sexueller Gewalt nötigen und anstiften und verbrecherische Triebe in diesen freisetzen? Das stimmte sie dann doch etwas nachdenklich.

Wie war das eigentlich zu Beginn? Kann sich noch jemand daran erinnern, dass man anfangs die Maske tragen sollte, um andere zu schützen, auch jene, die keine Maske tragen könnten? Dass man dies aus Solidarität tun sollte? Wurden Menschen vor einigen Monaten gefragt, weshalb sie die Maske tragen würden, war die Antwort: „Um andere zu schützen“. Inzwischen wird es wohl nicht mehr viele Menschen geben, die aus diesem Grund die Maske tragen.

Inzwischen trägt man die Maske, weil das alle tun, weil es Vorschrift ist, weil man ansonsten bestraft wird, weil man sonst von der Gemeinschaft rausgebissen wird, weil man sonst Aggression und Gewalt durch Mitmenschen ausgeliefert ist. Und weil man sonst, für alle sichtbar, auf der „falschen Seite“ steht, gekennzeichnet ist, gebrandmarkt, in einer Zeit und in einer Gesellschaft, die irgendwie aus dem Ruder läuft und viele nicht genau wissen, wohin der Kurs jetzt genau geht und man schon ahnt, dass es irgendwie nicht mehr so ganz demokratisch mit rechten Dingen zugeht. Das kennt man in Deutschland. Dieses Verhalten kann man Angst-Konformismus nennen und es hat rein gar nichts mehr mit einer Angst vor einem Virus zu tun.

Darüber hinaus kommt noch etwas anderes ins Spiel. Die meisten Menschen sind durch die vielen Monate des „Maßnahmenkataloges“ bis an ihre Grenze belastet und sogar darüber hinaus. Sie werden depressiv, suizidanfällig, sie werden aggressiv. Zu sehr haben sie gelitten, zu tief wurden sie geschockt und in Angst gehalten, viele haben schon zu vieles verloren, angefangen von ihrem menschenwürdigen Leben bis hin zu ihrer Existenzgrundlage,

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