Merkels Kampfansage gegen Verschwörungstheorien | KenFM.de

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17-12-20 05:00:00,

Von Wolfgang Effenberger.

Am Vormittag des 15. Dezember äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Onlinebürgerdialog vor Studenten und Studentinnen besorgt über die Corona-Leugner und die sog. Querdenker-Bewegung und rief zu einem konsequenten Kampf gegen „Verschwörungstheorien“ in Deutschland auf.

„Angriff auf unsere ganze Lebensweise“

Die Denkweise der Verschwörungstheoretiker und Querdenker sei, so Merkel wörtlich, ein „Angriff auf unsere ganze Lebensweise“. Es sei schwer, sie aus ihrer Welt ohne Fakten zurückzuholen. Dazu sei wohl die Hilfe von Psychologen und entsprechende Forschung nötig: „Wie verabschiedet man sich eigentlich aus der Welt der Fakten und gerät in eine Welt, die sozusagen eine andere Sprache spricht und die wir mit unserer faktenbasierten Sprache gar nicht erreichen können?“(1) fragte Merkel und konstatierte für dieses Umfeld „eine richtige Diskussionsverweigerung“.

Dann verwies die Kanzlerin auf den Weg, den Europa seit der Aufklärung gegangen ist: „(…) sich auf der Basis von Fakten sozusagen ein Weltbild zu verschaffen. Und wenn ein Weltbild plötzlich losgelöst oder antifaktisch ist, dann ist das natürlich mit unserer ganzen Art zu leben sehr schwer vereinbar.“ Die Aussage, dass wir es seit der Aufklärung nur mit Fakten zu tun haben, muss Widerspruch hervorrufen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts ist klar, dass jedes Weltbild eine Interpretation ist und dass auch die Aufklärung ihre inneren Widersprüche ausblendet. Gerade vor dem Hintergrund, dass in Bezug auf Geschichte und aktuelle Politik der Öffentlichkeit viele Fakten vorenthalten wurden und werden, ist Merkels Aussage unglaublich. So lagern seit Ende des Krimkriegs (1856) im britischen Hanslope Park 1,2 Millionen Dokumente, die kein Historiker zu Gesicht bekommt, und die NSU-Akten wurden zunächst für 120 Jahre unter Verschluss genommen. An die 400 Akten zum Kennedymord (1963) werden immer noch vor der Öffentlichkeit verborgen. Sie würden das westliche „faktenbasierte“ Weltbild wohl zu sehr erschüttern.

CIA prägte den Diffamierungsbegriff „Conspiracy“

Nach der Präsentation des regierungsamtlichen Warren-Reports zur Ermordung von John F. Kennedy zweifelten 46% der US-Bürger an der Alleintäterschaft Oswalds. Die CIA, inzwischen auch verdächtig, stellte die kritischen Fragen als kommunistische Propaganda hin und sorgte mit einer Anweisung vom 1. April 1967 in den über 250 von ihr mitfinanzierten „Media Outlets“ dafür, dass diese Kritik als „Conspiracy Talk“ gebrandmarkt werden sollte.(2) Erst der Kinofilm JFK (1991) von Oliver Stone sorgte dafür,

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