Die übersinnliche Natur des Denkens – Zur Bedeutung von Hegels „Logik“

die-ubersinnliche-natur-des-denkens-–-zur-bedeutung-von-hegels-„logik“

18-12-20 11:25:00,

Am 27. August dieses Jahres jährte sich zum 250. Mal der Geburtstag Georg Wilhelm Friedrich Hegels, eines der größten Denker der Menschheit, der „in einem Atemzug mit Platon und Aristoteles“ genannt wird, wie es auf der Webseite der Humboldt-Universität Berlin heißt.  Was gehört zentral zum Kern seiner Philosophie, was ist die besondere Errungenschaft für das menschliche Denken und Erkennen, die Hegel zu verdanken ist?  Dies allgemeinverständlich darzustellen, soll nachfolgend versucht werden.

Einer der besten Kenner Hegels, der deutschen idealistischen Philosophie überhaupt, innerhalb derer Hegel zum großen führenden Dreigestirn neben Fichte und Schelling gehörte, war der vielfach verkannte Rudolf Steiner. Er hatte selbst Philosophie studiert, darin promoviert und 1914 in seinen „Rätseln der Philosophie“ eine umfassende Geschichte des philosophischen Denkens vorgelegt.1 Am 27. August 1920 hielt er zum 150. Geburtstag Hegels einen Vortrag 2, dem wir im Wesentlichen folgen wollen, ergänzt durch einige Stellen aus seinen Schriften.

Biographisches

„Am 27. August 1770 in Stuttgart geboren, kam Hegel … im achtzehnten Lebensjahre an die Tübinger Universität, studierte dort Theologie und machte die Bekanntschaft vor allen Dingen des viel beweglicheren, geistig regsameren jugendlichen Schelling, machte die Bekanntschaft des … die schwermütigsten Empfindungen des alten Griechenland in die neuere Zeit heraufhebenden Hölderlin, verbrachte mit diesen beiden, mit Hölderlin und Schelling, in inniger Kameradschaft seine Studienjahre in Tübingen, wandte sich dann gleich Schelling Mitteldeutschland, Thüringen, der Jenenser Universität zu, wo er zunächst, ebenso wie Schelling, angezogen durch die Persönlichkeit Johann Gottlieb Fichtes, seine ersten Versuche in Ausarbeitung eigener Weltanschauungsideen machte. Er wirkte an der Universität bis zum Jahre 1806.

In diesem Jahre vollendete er sein erstes größeres, selbständiges Werk, «Die Phänomenologie des Geistes», wie man sagt, während die Kanonen Napoleons um Jena herum donnerten. In diesem Werke ist enthalten der Versuch, alles dasjenige in Gedanken wieder zu erleben, was das menschliche Bewusstsein erleben kann von seinen dumpfesten Welteindrücken bis zu jener Klarheit herauf, wo der Mensch in einer solchen Intensität die Ideenwelt durchlebt, dass ihm diese Ideenwelt selbst als die Substanz des Geistes erscheint. … Etwas wie eine Weltreise des Geistes ist diese «Phänomenologie des Geistes».
Die damals schwierigen Verhältnisse in Deutschland brachten Hegel um seine Stellung an der Universität in Jena. Er blieb aber weiter im mittleren Deutschland und redigierte zunächst ein Jahr etwa eine politische Zeitung in Bamberg,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: