Getäuschte Hoffnung

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18-12-20 11:42:00,

Eine Welle der Erleichterung und Hoffnung ging durch das Land, als das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer die ersten Daten aus den klinischen Studien zum SARS-CoV-2-Impfstoff verkündeten. Von einem Silberstreif am Horizont war die Rede und ein Ende der Pandemie war in Sicht. Denn der vom Gemeinschaftsunternehmen entwickelte Impfstoff habe eine geradezu phänomenale Wirksamkeit von 90 Prozent. Bei Grippe-Impfstoffen liegt sie gerade bei bis zu 60 Prozent und hier nun 90 Prozent! Später wurde die Wirksamkeit sogar noch auf 95 Prozent angehoben. Klingt fast wie ein Wunder. Kann das wirklich sein?

Wirksam gegen schwere Erkrankungen oder nur gegen leichte Symptome?

Worin besteht überhaupt die Wirksamkeit dieses Impfstoffes? Kann der Impfstoff die Weiterverbreitung des Virus aufhalten oder schwere Krankheitsverläufe verhindern? Oder besteht die bisher nachgewiesene Wirksamkeit nur darin, dass die Krankheitssymptome einer Infektion abgemildert werden? Der britische Wissenschaftler Peter Doshi stellt genau diese Fragen in einem Artikel in der angesehenen Wissenschaftszeitschrift British Medical Journal (BMJ) (1).

Da bisher aber nur die Pressemeldungen zu den Impfstudien und keine echten Daten vorliegen, lassen sich diese Fragen nicht abschließend beantworten. Das aber ist — neben der Untersuchung der möglichen Nebenwirkungen essentiell, bevor der Impfstoff zugelassen und millionenfach verabreicht wird.

Peter Doshi hat sich für seinen Artikel die Studienprotokolle zu den Corona-Impfstoffen angesehen, die die Firmen vor einigen Monaten öffentlich ins Internet stellten. Dabei hat er festgestellt, dass die Studien von ihrem Design gar nicht darauf ausgerichtet sind, schwere Krankheitsverläufe oder die Weiterverbreitung des Virus bei geimpften Probanden zu untersuchen.

90 Prozent Wirksamkeit, seien wir vorsichtig!

Vor wenigen Tagen hat er einen weiteren Beitrag im BMJ veröffentlicht (2). Möglicherweise, so seine Aussage, ist bei den Zahlen zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Pfizer und Biontech Vorsicht angebracht. Denn da die Impfstoffe ähnliche Nebenwirkungen haben wie die Krankheit bei einer Infektion mit SARS-CoV-2, zum Beispiel Kopfschmerzen und Fieber, ist es entscheidend, dass auch die Probanden mit nur leichten Symptomen regelmäßig getestet werden.

Dies wird möglicherweise nicht in dem Umfang gemacht, wie es erforderlich ist. Folglich werden möglicherweise in der Impfstoff-Gruppe weniger Infizierte ausgewiesen, als sich tatsächlich infiziert haben. Die Wirksamkeit ist daher möglicherweise geringer, als bisher in der Presse gemeldet wurde.

Nicht alle Probanden werden getestet?

Wie kommt Peter Doshi überhaupt zu diesen Aussagen?

Nun, aus den Studienprotokollen geht hervor,

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