Rettet den Rundfunk – Vor Privatisierung und vor der eigenen Propaganda

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18-12-20 01:49:00,

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist unter Beschuss: vonseiten der Privatmedien, vonseiten aufgebrachter Bürger und von Teilen der CDU: Letztere wollen den ÖRR gar privatisieren. Dagegen muss das Prinzip eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks verteidigt werden. Aber diese Verteidigung war wegen der massiven inhaltlichen Verfehlungen der Sender selten so schwer wie heute. Von Tobias Riegel.

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Teile der CDU bringen aktuell die Forderung ins Spiel, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu privatisieren, wie Medien berichten. Dieser Vorschlag, mit dem die Partei möglicherweise in den Wahlkampf ziehen will, ist destruktiv. Man sollte sich nicht zu einer Unterstützung hinreißen lassen – auch nicht wegen der nur allzu berechtigten inhaltlichen Kritik an ARD, ZDF und Deutschlandfunk: Eine private Alternative zu Öffentlich-Rechtlich kann nicht die Lösung des jetzigen Zustands sein, auch wenn der nur schwer erträglich ist. Darum lautet das Handlungsmotiv beim Umgang mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Scharfe Kritik, ja. Abschaffung, nein!

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) ist im Moment besonders schwer zu verteidigen. Die öffentlich-rechtlichen Medien müssen ganz aktuell noch mehr als in der Vergangenheit kritisiert werden, wegen des bedenklichen Umgangs vieler ihrer Mitarbeiter mit den Corona-Vorgängen: Die teilweise Unterstützung einer unseriösen Panikmache, das Einfügen in einen breiten Gleichklang, die Teilnahme an Diffamierungen von Andersdenkenden und andere unseriöse Praktiken legen einen zusätzlichen Makel auf das Bild dieser Institutionen, auch wenn einzelne positive journalistische Ausnahmen immer wieder diesem Urteil gegenüberstehen.

Privatisierung des ÖRR verbessert nicht die Medienlandschaft

Kritikwürdige Praktiken sind nicht erst mit dem Ausrufen der „Pandemie“ beim ÖRR eingezogen, die Bürger waren auch vorher bereits an fehlende journalistische Seriosität gewöhnt: etwa von den Kampagnen (unter anderem) zu Syrien, zur Ukraine, zu den USA, zu Streiks, zu Mindestlöhnen, zu Krieg und Aufrüstung oder zur „liberalen“ Wirtschaftsordnung. Noch einmal massiv zugenommen haben aber seit Corona die Gleichförmigkeit der Inhalte, der Umgang mit absoluten und aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlen und mit irreführenden Begriffen wie „Neuinfektionen“, wie die NachDenkSeiten kürzlich im Artikel „Eine Woche ohne Massen-Medien – Ein Selbstversuch“ geschrieben und folgende Punkte ergänzt haben: Der Wille zur Übertreibung. Der giftige Umgang mit begründeten Bürger-Sorgen vor Überwachung und einem langfristigen Umbau der Gesellschaft über Corona hinaus. Der aggressive Umgang mit Skeptikern.

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