Tyrannische Denkfaulheit | Von Matthias Rohl | KenFM.de

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19-12-20 02:36:00,

Beim Versuch, „Verschwörungstheorien“ abzukanzeln, versteigt sich der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl selbst in wirre Theorien.

Ein Standpunkt von Matthias Rohl.

Erschütternd, was sich seit Monaten vor unseren Augen abspielt: Immer tiefer gerät die Exekutive eines nervösen Staates in die selbstgestellte Autoritätsfalle. Die Verstetigung des Ausnahmezustands kann dabei die eklatanten Widersprüche einer evidenzlosen Maßnahmenpolitik kaum noch verdecken. Der Staat spielt Krieg im Frieden — gegen die eigenen Bürger; denunziert wird, wer Fragen stellt. Jetzt hat auch der renommierte Literaturwissenschaftler Joseph Vogl in einem Interview pauschal jede Demonstration gegen diese Maßnahmenpolitik in das imaginierte Reich des Postfaktischen verbannt. Was geht hier vor? Und wie sähe eine intelligente Alternative aus?

„Wenn man die Demokratie erst mal schützen muss, ist sie schon keine mehr“ — Elfriede Jelinek (Babel, 2004).

„Jedes Spiel hat seine Regeln. Wir müssen nur lernen, sie zu brechen“ — Westworld (HBO, dritte Staffel, Episode zwei, 2020).

Fritz Lang zeigt in seinem expressionistischen Meisterwerk Metropolis (1927) jene dystopische Welt des New Dark Age (1) — ein dunkles Zeitalter, das seine visionären Schatten weit in unsere Gegenwart hineinwirft. Im Fluchtpunkt einer cineastisch inspirierten Lagebildforschung lässt sich zudem jener sozialutopische Impuls in den unzähligen Motiven des teuersten Films der Weimarer Republik erkennen: Aufstand, Ausbeutung, Automation, Doppelgänger, Eifersucht, Entfremdung, Familienkonflikt, Maschinenmacht, Rache, Reichtum (2). Virtuos überblendet Lang demnach dystopische und utopische Bildkosmen — das Lichtspiel erscheint als paradoxal-philosophische Kollektivierung der Träume (3).

Während die Reichen und Mächtigen in der Oberstadt ihrem Luxusleben frönen, fristen die Arbeitssklaven in den Tiefen der Erde ihr unausweichliches Elend. Oberausbeuter Joh Fredersen sieht in den Arbeitern nichts als niedere Abhängige, schließlich folgt der Massenaufstand. In einer Schlüsselszene heißt es:

„Joh Fredersen will, dass die in der Tiefe sich durch Gewalttat ins Unrecht setzen, damit er das Recht zur Gewalt gegen sie bekommt.“

Man ist versucht, dies als die perfekte metaphorische Beschreibung der aktuellen Verstetigung des Ausnahmezustands durch die Exekutive zu lesen, die der empirisch unhaltbaren, zudem verfassungswidrigen Logik (4) einer PCR-testinduzierten (5) Pandemie-Fiktion (6) folgt — inzwischen sogar orchestriert durch perfide Methoden digitaler Demagogie, Manipulation und Zensur (7).

Ausnahmezustand im nervösen Staat

Die destruktive Entkopplung der Exekutive von jeder demokratischen Kontrolle ist indes kein wirklich neues Phänomen — was wir gegenwärtig erleben,

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