Jahrespressekonferenz: Putin über Multikulti und Mohamed-Karikaturen | Anti-Spiegel

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20-12-20 08:39:00,

In Russland gibt es die Probleme mit dem Islam nicht, wie es sie in Europa gibt. Das ist ein sehr komplexes, aber auch sehr interessantes Thema, denn in Russland ist die Sicht auf diese Dinge völlig anders, als man es aus Europa kennt. Wegen des Mordes an dem Lehrer in Frankreich wegen Mohamed-Karikaturen wurde Putin dazu von einem Journalisten eine Frage gestellt.

Das Thema Islam in Russland und wie sehr es sich von dem in Europa unterscheidet, ist so spannend, dass ich darüber vielleicht mal ein Buch schreibe. Denn man sieht darin die Antwort auf die Frage, warum es in Europa mit der Integration von Moslems auch in der dritten Generation noch Probleme gibt.

Im russischen Alltag gibt es keine Probleme zwischen Moslems und Christen, wie wir sie aus Deutschland oder Frankreich kennen. Der Grund ist, dass in Russland seit jeher alle Weltreligionen zu Hause sind und man in Russland in Jahrhunderten gelernt hat, friedlich miteinander zu leben. Regionen mit anderen Religionen wurden in den Jahrhunderten Teile Russlands und die Menschen dort haben Religionen, Traditionen und Kultur erhalten und leben friedlich mit zugewanderten Menschen aus anderen Teilen Russlands zusammen. Und wie selbstverständlich hält Putin nicht nur eine Ansprache für die Christen zu Weihnachten, sondern auch eine Ansprache zum Fastenbrechen der Moslems.

Moslems haben in vielen russischen Regionen, zum Beispiel in Tatarstan oder im Kaukasus, ihre traditionelle Heimat. Sie sind nicht wie in Europa von irgendwo eingewandert und fühlen sich auch in dritter Generation noch nicht in der neuen Heimat „angekommen“. Und wenn es in Russland zu islamistischen Terroranschlägen kommt, sind die Täter in der Regel nicht von Imamen in Russland radikalisiert worden, sondern von Predigern des Salafismus oder Wahhabismus.

In Russland sind Hassprediger verboten, ihnen drohen hohe Gefängnisstrafen, denn in Russland ist das Beleidigen anderer Religionen als Volksverhetzung strafbar. Entsprechend wären Karikaturen, wie die von Charlie Hebdo, in Russland genauso verboten, wie Hakenkreuze der Nazis. Damit will die russische Regierung verhindern, dass die Menschen im multi-religiösen und multi-ethnischen Russland aufeinander gehetzt werden können.

Die Mädels von Pussy Riot wurden seinerzeit nicht ins Gefängnis gesteckt, weil sie ein Lied gegen Putin gesungen haben, das wäre kein Problem gewesen. Das Problem war, dass sie es auf dem Altar einer Kirche getan haben, was die religiösen Gefühle der Christen beleidigt hat. Was sie gesungen haben, war egal,

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