Die Masken-Mutation

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22-12-20 05:13:00,

Bereits am 24. Oktober veröffentlichte ich einen Artikel, in welchem ich die neuesten Auswüchse der Maskenpflicht beziehungsweise der Maskenindustrie dokumentierte. So beschrieb ich etwa, dass einige Masken mit ihrem Aufdruck einen Bezug zur jeweiligen Region herstellen, als ökologische Fair-Trade-Masken gehandelt werden oder mit dem eigenen Lächeln bedruckt werden können. Ich schloss den Artikel mit folgender Prognose:

„Das Masken-Business wird florieren und in seinem Einfallsreichtum keine Grenzen kennen, die Masken mit neuen Trends, optischen Erscheinungsformen, Upgrades, neuen Funktionen und Handhabungsmöglichkeiten populär zu machen. Wenn es im Inneren der Maske muffelt, werden irgendwann Masken mit geruchsneutralisierenden Stoffen kommen. Denken Sie an diesen Artikel, wenn die erste Maske dieser Form auf den Markt kommt!“

Diese Prognose, die sich mittlerweile zum Teil bewahrheitet hat, liefert mir einen Grund, eine Art Fortsetzung zu schreiben. Man könnte sich nun berechtigterweise die Frage stellen, warum man diesem Irrsinn so viel Aufmerksamkeit und Energie zuteilwerden lässt? Damit würde man das Ganze ja nur mit Kraft füttern, nur reagieren, statt beispielsweise zu agieren, indem man etwa das „nackte Gesicht“ wieder populär werden lässt.

Und das ist im Grunde genommen auch richtig, aber dennoch ist es unabdingbar, das, was sich hier vor unseren Augen abspielt, für die Nachwelt im Detail zu dokumentieren. Einfach um festzuhalten, wie sich das auf den ersten Blick doch recht simple Symbol einer Mundschutzmaske innerhalb kürzester Zeit in seiner Symbolkraft und seinem lavastromartigen Durchdringen unterschiedlichster Lebensbereiche so dermaßen aufplustern konnte, dass sämtliche Rahmen des vormals Unvorstellbaren gesprengt wurden und werden.

Die Masken sind eben deutlich mehr als nur ein Stück Stoff. Der Anthropologe Matthias Burchardt brachte es sehr pointiert zu Papier:

„Im Sinne der Öffnung des öffentlichen Lebens aber kam die obligatorische Mund-Nasen-Bedeckung dazu. Damit wurde eine rollen- und ortsexklusive Bekleidung entgrenzend auf weite Teile des öffentlichen Raumes ausgedehnt, alle Menschen stellte man symbolisch den Ärzten im OP gleich, die Welt geriert zu einem Hospital. Im Sinne der ‚neuen Normalität, die nichts anderes als die Permanenz des Ausnahmezustandes bedeutet‘, wurde der Begriff ‚Alltagsmaske‘ geprägt. Da der Eigenschutz medizinisch kaum belegt ist, gilt das Maske-Tragen als Geste der Rücksicht mit den Menschen aus der ‚Risikogruppe‘, die Maskenweigerung als potenzielle Körperverletzung, selbst wenn niemand aus diesem Kreis der Gefährdeten anwesend ist. (…)

Die Maske unterdrückt die Erscheinung der individuellen Person.

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