Happy Birthday, Chelsea Manning! Freiheit für Assange!

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22-12-20 04:32:00,

Anlässlich Chelsea Mannings Geburtstag fanden sich am vergangenen Donnerstag Nachmittag ein weiteres Mal ca. 25 Assange-Unterstützer vor dem Londoner Büro der Zeitung The Guardian ein, um auf eine bessere Berichterstattung und die Rücknahme einer nicht belegten Behauptung zu drängen. Etwas über 24 Stunden später erschien ein Editorial im Guardian, in welchem die Freilassung von Julian Assange gefordert wird. Siehe auch Hinweise des Tages vom 21. Dezember. Gleichzeitig werden die Stimmen lauter, die eine Begnadigung Assanges durch Donald Trump fordern, ähnlich der Aussetzung von Chelsea Mannings Haftstrafe durch den abgehenden Barack Obama. Ein kurzer Überblick von Moritz Müller.

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Bezirksrichterin Vanessa Baraitser will am 4. Januar ihren Schiedsspruch im Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange verkünden. Dann wird man sehen, inwieweit sich die Richterin von den im September angehörten Zeugen hat leiten lassen oder ob anderweitige Einflüsse die Oberhand gewonnen haben, denn es war nicht nur mein Eindruck, dass eine Auslieferung Assanges an die USA nach rechtsstaatlichen Maßstäben eigentlich unmöglich sein sollte. Auch der englische Jurist Alexander Mercouris kam in seinem Artikel über den „The Surreal US case against Assange“ zu diesem Ergebnis.

Nun scheint sich zu guter Letzt der Guardian dieser Sichtweise, wenn auch abgemildert, angeschlossen zu haben. In dem Editorial vom Freitag wird weder die Demo vom Vortag noch eine zentrale Aussage derer erwähnt. Diese war, dass der Guardian seinen vor zwei Jahren erschienenen Artikel über 3 angebliche Besuche von Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort bei Assange im Botschaftsasyl richtigstellen solle. Der Journalist Luke Harding schrieb damals, dass Assange in den Jahren 2013, 2015 und 2016 von Manafort und „Russen“ besucht worden sei, aber es gibt weder Fotos von einem der am besten bewachten Orte der Erde noch findet sich Manaforts Name im Gästebuch der ecuadorianischen Botschaft.

Schon damals veröffentlichten wirklich investigative Medien Berichte, die den Guardian-Artikel als äußerst unglaubwürdig und fabriziert erscheinen ließen. Ende September dieses Jahres legte der NDR nach, indem er berichtete, dass der Guardian vor zwei Jahren explizit wusste, dass die Manafort-Besuche bei Assange nicht belegt waren. Es gibt bis heute keine Gegendarstellung.

Das Verhältnis des Guardian und einiger seiner Mitarbeiter und auch des ehemaligen Herausgebers Alan Rusbridger zu Julian Assange ist geprägt von anfänglicher Zusammenarbeit im Zuge der aufsehenerregenden Wikileaks-Veröffentlichungen,

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