Informantin des neuen NYPD-Pressesprechers im Gefängnis

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23-12-20 09:20:00,

Esposito (Mitte) nach der Vereidigung zum NYPD-Pressesprecher. Er verfasste für The Intercept eine Story mit, die Reality Winner ins Gefängnis brachte. (Twitter.com / Comissioner Shea Twitter Account)

Einer der Co-Autoren eines umstrittenen Berichtes im The Intercept, der eine der Quellen ins Gefängnis brachte, arbeitet jetzt als Leiter der Pressestelle der New Yorker Polizei.

Der frühere Journalist, Richard Esposito hat  lange Zeit direkt mit der NYPD zusammengearbeitet und enge Beziehungen zu den US-Polizeibehörden entwickelt. Dies war bereits bekannt, bevor man sich bei The Intercept entschied, mit ihm zusammenzuarbeiten. Die Nachrichtenwebsite sah Espositos polizeifreundliches Verhalten nicht als negativ oder gar verdächtig an.

Esposito und sein langjähriger Freund und Kollege Matthew Cole,  Vollzeit als Reporter bei The Intercept tätig, waren Co-Autoren eines Berichtes der Nationalen Sicherheitsbehörde aus dem Jahr 2017, in dem es um die Vorwürfe zur russischen Einmischung in die US-Präsidentschaftswahlen 2016 ging [1]. Die Reporter gaben vertrauliche Informationen an US-Regierungsbehörden weiter, was dazu führte, dass ihre geheime Informantin, die ehemalige NSA-Agentin Reality Winner, entlarvt und für fünf Jahre ins Gefängnis gesteckt wurde.

Obwohl diese skandalöse Geschichte die einzige Story war, die Esposito bei The Intercept veröffentlichte, erhielt er trotzdem eine offizielle E-Mail-Adresse sowie eine Autorenseite, die inzwischen aber ohne Erklärung von der Website entfernt wurde.

Das gleiche Team, Esposito und Cole, spielte bei der Verhaftung und Inhaftierung einer anderen Quelle, dem CIA-Informanten John Kiriakou, ebenfalls eine wesentliche Rolle [2] – mehrere Jahre bevor sie mit The Intercept zusammenarbeiteten.

Ein alter Tweet von The Intercept, der mit der neuen Biographie von Richard Esposito aktualisiert wurde, zeigt, wie der NYPD-Pressesprecher einen Bericht mitverfasst hat, in dem er seine Quelle preisgab.

Quellen preiszugeben ist bei The Intercept aber nicht nur im Fall Reality Winner vorgekommen. 2018 wurde der ehemalige FBI-Agent Terry Albury zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er der Nachrichtenwebsite Dokumente zugespielt hatte, die den weit verbreiteten Rassismus und die antimuslimischen Überwachungspraktiken der Polizeibehörde aufzeigten [3][4]. Eine der Co-Autorinnen der Berichte, in denen das FBI entlarvt wurde, Cora Currier, ist nach wie vor als Redakteurin bei The Intercept tätig. Die andere Autorin, Jenna McLaughlin, arbeitete später für CNN, Foreign Policy und Yahoo News.

Als nächstes wurde 2019 der ehemalige NSA-Beamte Daniel Hale von einer Grand Jury angeklagt,

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