Corona-Debatte: „Waffenstillstand“ an Weihnachten

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24-12-20 09:13:00,

Die Corona-Politik zieht Gräben, selbst durch die Familien. Wir könnten die Feiertage nutzen, um diese Spaltungen wenigstens kurz zu überbrücken: Wir brauchen uns noch! Unnachgiebige Debatten am Küchentisch führen zur Erschöpfung. Feindschaft in der Familie lähmt. Ein Plädoyer für einen (vorübergehenden) „Burgfrieden“ beider Seiten zugunsten der Besinnung. Von Tobias Riegel.

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In vielen Familien waren die gemeinsamen Tage um Weihnachten bisher eine traditionelle und gute Gelegenheit für fruchtbaren gesellschaftspolitischen Austausch. Dabei ging es inhaltlich teils hoch her, was zu begrüßen ist. In diesem Text wird dagegen der ungewöhnliche Rat formuliert, sich dieses Jahr an Weihnachten innerhalb der Familie nicht zu streng über Corona zu zerstreiten. Das ist keine Forderung nach Duckmäusertum oder nach einer Kapitulation der Kritiker der Corona-Politik. Aber anstatt das wichtige Familienfest mit harten und endlosen Debatten zu überschatten: Die Menschen könnten die Tage im Kreis der Verwandten auch nutzen, indem sie die von offizieller Seite unter Verdacht geratene menschliche Gesellschaft wieder wertschätzen und über diese gegenseitige Wertschätzung Kraft sammeln. Sie werden diese Kraft brauchen – für die Kämpfe im nächsten Jahr.

Zeit, um Verletzungen zu heilen

Den Verantwortlichen für die Corona-Politik wäre es vermutlich recht, wenn sich Bürger auch innerhalb der Familien und während Weihnachten wegen des Maskenzwangs entzweien – und über diese Aufregung gemeinsam die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums aus dem Blick verlieren. Und wenn nach all dem ziellosen Streit und den gegenseitig zurückgewiesenen Argumenten eine allgemeine Erschöpfung die Analyse und den Widerstand einschläfert. Die Empfehlung einer vorübergehenden politischen Deeskalation im Familienkreis kann befremdlich erscheinen oder gar als „Selbstzensur“ – in diesem speziellen Fall ist sie meiner Meinung nach gesund. Ein Waffenstillstand ist auch eine Zeit, um Verletzte zu bergen. Und Verletzungen gab es während der längst nicht beendeten Corona-Debatte.

Allerdings müssten bei dem (vorübergehenden) inner-familiären „Waffenstillstand“ beide Seiten mitmachen. Die kritische Haltung der NachDenkSeiten zur unverhältnismäßigen Corona-Politik und zur gefährlichen Panikmache in den Medien haben wir in den letzten Wochen in zahlreichen Artikeln beschrieben. Diese Kritik soll hier nicht wiederholt werden. Trotzdem sind von der Empfehlung der Zurückhaltung auch (und vor allem) die Verteidiger der offiziellen Corona-Politik angesprochen – weil sie in der Bevölkerung mutmaßlich die Mehrheit darstellen.

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