Der Fall Navalny zeigt anschaulich, wie die post-faktische Welt funktioniert | Anti-Spiegel

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26-12-20 05:31:00,

Im Fall Navalny wird alles verdreht, was nur verdreht werden kann. Dass das absurde Blüten treibt, ist vielen ohnehin bereits klar. Trotzdem – oder gerade deshalb – möchte ich es hier noch einmal komprimiert aufzeigen, denn es zeigt anschaulich, wie die post-faktische Welt funktioniert.

In Deutschland ist die treibende Kraft hinter der (Medien-) Kampagne im Fall Navalny der Spiegel. Darauf werden wir eingehen, denn das ist ein ganz wichtiger Aspekt, der aufzeigt, wie ein Medium eine Meldung in die Welt setzt, die dann von allen aufgenommen wird. Nachprüfbare Fakten braucht es dabei keine, es reicht eine blumig ausgeschmückte Geschichte. Willkommen in der post-faktischen Welt!. Die post-faktische Welt

Wir erleben in den letzten Jahren immer wieder, dass wir tatsächlich in einer post-faktischen Welt leben. Früher einmal brauchte es für eine Anschuldigung Beweise und es galt die Unschuldsvermutung, bis ein Gericht die Schuld auch tatsächlich festgestellt hat. Das ist heute anders. Heute haben sich die Medien zum Hüter der Wahrheit und vor allem zu Ankläger und Richter in einer Person ernannt. Fakten braucht es heute keine mehr, es reicht, wenn eine Geschichte von einem Medium hübsch erzählt wird, dann greifen alle anderen sie als wahr auf.

Man könnte von der „Relotius-Methode“ sprechen, denn so hat Relotius gearbeitet: Seine Geschichten waren blumig und gut geschrieben, nur waren sie eben frei erfunden.

Früher gab es noch investigativen Journalismus, der sich dadurch ausgezeichnet hat, dass die Medien einen Skandal oder ein Verbrechen aufgedeckt haben, das dann Schlagzeilen gemacht hat, aber nicht gleich zur Vorverurteilung von jemandem geführt hat. Die aufgedeckten und der Öffentlichkeit (und wenn nötig auch der Staatsanwaltschaft) präsentierten Behauptungen und Belege wurden früher mal kritisch hinterfragt. Das findet heute nicht mehr statt.

Die Medien werden inzwischen als wichtiger angesehen, als offizielle Quellen oder staatliche Stellen. Bei den US-Wahlen war das besonders deutlich zu sehen, denn der (umstrittene) Wahlsieg von Joe Biden wurde ja nicht etwa von staatlichen Stellen wie Wahlkommissionen verkündet, sondern von den Medien. Und da die heute für die Meinungsbildung so wichtigen sozialen Netzwerke sich darauf geeinigt hatten, den Wahlsieger in dem Moment zu verkünden, in dem zwei führende Leitmedien ihn verkünden, kam es zu dem Phänomen einer Echokammer. Plötzlich haben alle das Echo weiterverbreitet, Biden sei der Wahlsieger. Dass es noch kein offizielles Ergebnis gab, war dabei unwichtig,

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