Schluss mit Fake Food – wir müssen zurück zu einer authentischen Ernährung

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28-12-20 02:34:00,

In der Küche geht es um das Wichtigste überhaupt: um unser Leben. Das zeigt der ehemalige Sternekoch Franz Keller in seinem Buch „Ab in die Küche!“ eindrücklich und fordert uns auf, uns von Fake-Food und Industriefertigessen zu verabschieden und wieder mehr selber zu kochen. Denn nur so können wir die Kontrolle über unser Essen zurückgewinnen und eine Menge Gutes für unsere Gesundheit und zur Rettung des Planeten tun.

Ich bin kein Klimaaktivist, sondern ein Koch, doch die Klimaveränderung ist für mich weder eine ideologische noch eine theoretische Debatte. Ich lebe hier auf meinem Falkenhof seit vielen Jahren mit meinen Tieren zusammen und erlebe hautnah, was Klimawandel konkret bedeutet. Ein Dürresommer wie 2018 bringt mich an den Rand der Existenz, weil meine Rinder nicht genügend Futter auf der Weide finden und selbst der Futterzukauf zum Problem wird, ganz einfach, weil es knapp wird und die Preise explodieren. Auch 2019 war es wieder viel zu trocken und meine Rinder fanden viel weniger Gras auf meinen Weiden. Wenn sich das nun in unschöner Regelmäßigkeit wiederholt, dann kann ich meinen Traum von einer artgerechten Tierzucht womöglich in Zukunft an den Nagel hängen. Und dann ist Schluss mit dem perfekten Genuss.

Soweit ist es glücklicherweise noch nicht und die gute Nachricht ist: Wir haben es selbst in der Hand und können noch heute damit anfangen, die Dinge zum Besseren zu wenden. Nach den vielen persönlichen Gesprächen, die ich in den letzten Monaten geführt habe, würde ich sogar behaupten, dass große Teile unserer Bevölkerung bereit und offen für Veränderung sind. Und zwar sowohl in ihrer eigenen Ernährungsweise als auch in Bezug auf die Nahrungsmittelproduktion in unserer hochindustrialisierten Landwirtschaft. »Moment mal, Herr Keller, ein Blick in die Statistik widerlegt Ihre Behauptung aber klar.« Ja, diesen Einspruch höre ich oft und er ist auf den ersten Blick nicht von der Hand zu weisen: In Umfragen bekennen mehr als 85 Prozent der Deutschen, dass ihnen das Tierwohl sehr am Herzen liegt. Die Krux ist nur, dass sich der überwiegende Teil am Supermarktregal aber trotzdem für Billigfleisch aus der Mastfabrik entscheidet. Der Anteil an Biolebensmitteln liegt im Gesamtmarkt für Lebensmittel noch immer bei nur rund fünf Prozent und bei Biofleisch noch weit darunter.

Wie erklärt sich dieser Unterschied zwischen Wünschen und Wollen und dem konkreten Handeln? Banale Antwort: Es liegt am Preis.

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