Corona-Maßnahmen: Wenn Kinder die Leidtragenden sind (1/2)

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29-12-20 09:13:00,

Wie steht es um die Kinder in Zeiten der Corona-Krise? Wie handeln die Verantwortlichen in der Politik, wenn es um das Wohl und den Schutz der Kinder geht? In einem zweiteiligen NachDenkSeiten-Interview betont der Kindheitswissenschaftler Michael Klundt, dass Kinder und Jugendliche zu den am stärksten Betroffenen von Corona und den Maßnahmen geworden sind. „Die meisten politischen Verantwortlichen wissen das“, sagt Klundt, der am Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften an der Hochschule Magdeburg-Stendal arbeitet. Klundt kritisiert die Söder-Parole „Wir retten jedes Leben“, die „sich überhaupt nicht mit Folgen und Nebenwirkungen auseinandersetzt.“ Von Marcus Klöckner.

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Herr Klundt, Kinder gehören mit zu jenen Gruppen, die verletzlich sind und einen besonderen Schutz benötigen. Wie ist es mit dem Schutz von Kindern in Zeiten von Corona?

Nun, die Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt ja seit Sommer 2020 unaufhörlich, „Kinder sollen auf keinen Fall Verlierer der Corona-Krise werden“. Nur leider sind Kinder und Jugendliche jedoch längst zu den am stärksten Betroffenen von Corona und den Maßnahmen dagegen bundesweit und weltweit geworden. Und das Besondere: Alle Entscheidungen seit Frühjahr 2020 fallen über die Köpfe der Kinder und Jugendlichen hinweg, fast nirgendwo werden sie einbezogen oder wenigstens konsultiert oder auch nur darüber informiert, was man mit ihnen zu tun gedenkt. Und die besonders vulnerablen Gruppen, wie Kinder in Armut, obdachlose Jugendliche, geflüchtete Heranwachsende und Minderjährige mit Behinderung, sind davon am stärksten betroffen.

Das dürfte der Politik aber bekannt sein, oder?

Natürlich. Die meisten politisch Verantwortlichen wissen das auch. Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Ralph Brinkhaus, beschrieb in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am 21. August 2020 seine Sicht auf die Corona-Krise und die nun notwendigen Maßnahmen. Dabei kam er auch darauf zu sprechen, dass Familien und Kinder, Schulen und Kitas in Corona-Zeiten irgendwie unter die Räder gekommen seien, denn, so Brinkhaus, „die sind so ein bisschen vergessen worden bei all den Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft und bei allen Gesundheitsmaßnahmen, aber was wir gesehen haben, das ist eine extreme Belastung, nicht nur für die Kinder, auch für die Familien. Deswegen liegt da jetzt die Priorität drauf, weniger auf vollen Stadien bei der Fußball-Bundesliga und anderen Sachen,

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