Neue Strafverfahren gegen Navalny und seine Mitarbeiterin: Was wird ihnen vorgeworfen? | Anti-Spiegel

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30-12-20 08:02:00,

In den Medien konnte man kürzlich lesen, dass ein Strafverfahren gegen Navalnys Mitarbeiterin Ljubow Sobol eröffnet wurde. Außerdem wurde jetzt gemeldet, dass die russischen Behörden Navalny ein Ultimatum gestellt haben, nach Russland zurückzukehren. Hier berichte ich über die Hintergründe und Details.

Über Ljubow Sobol wurde in Deutschland im Zuge der Demonstrationen in Moskau im Sommer 2019 ab und zu berichtet. Sie ist eine führende Mitarbeiterin von Navalny und da sie jung und hübsch ist, ist sie natürlich auch ein passendes Gesicht für Medienkampagnen. Nun wurde in Russland ein Strafverfahren gegen sie eröffnet. Was Ljubow Sobol vorgeworfen wird

Nachdem der Spiegel mitgeteilt hat, er habe zusammen mit Bellingcat und anderen herausgefunden, welche russischen Agenten Navalny überwacht und angeblich auch fast umgebracht hätten und Navalny einen von denen angerufen hat, ist Ljubow Sobol zu der Wohnung eines dieser angeblichen Agenten gefahren und hat ihm einen Besuch abgestattet. Dabei hat sie mehrere Versuche unternommen, in die Wohnung einzudringen, unter anderem hat sie sich die Uniform einer Mitarbeiterin der russischen Verbraucherschutzbehörde angezogen mit dieser Verkleidung versucht, in das Haus einzudringen. Schlussendlich wurde ihr die Tür von einer Rentnerin geöffnet und sie ist gegen den Willen der Frau in die Wohnung eingedrungen und hat dort mit dem Handy gefilmt.

Das erfüllt – übrigens auch in Deutschland – die Tatbestände des Hausfriedensbruchs und der Amtsanmaßung. Daher kann es nicht verwundern, dass die russische Staatsanwaltschaft Verfahren eröffnet, Frau Sobol vorübergehend verhaftet und ihre Wohnung durchsucht hat. Inzwischen ist sie aber wieder auf freiem Fuß. Was Spiegel-Leser (nicht) erfahren

Der Spiegel hat darüber in der Sache korrekt (aber unvollständig) berichtet und es durch Formulierungen im Konjunktiv so hingestellt, als sei Sobol ein Opfer der russischen Willkür. Das geht so: Zuerst berichtet der Spiegel über den Vorfall:

„Sie hatte am Montag versucht, den mutmaßlichen FSB-Agenten in seiner Wohnung aufzusuchen, der in dem Telefonat eingeräumt hatte, an dem Giftanschlag auf Nawalny beteiligt gewesen zu sein. Anschließend wurde sie festgenommen, nach einigen Stunden in Polizeigewahrsam aber wieder freigelassen.“

Die Details werden weggelassen, also Sobols mehrmalige Versuche, in die Wohnung einzudringen, das Anlegen einer falschen Uniform und das Eindringen und Filmen in einer fremden Wohnung gegen den Willen der Besitzer. Dann kommt im Spiegel folgender Absatz:

„Sobol werde nun vorgeworfen,

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