Bayern: Computational thinking im weltweiten Leuchtturm

bayern:-computational-thinking-im-weltweiten-leuchtturm

04-01-21 06:59:00,

Bild: Pixabay License

Nur ein kleiner Schritt vom Totalausfall bis zum Größenwahn: Kommentar zu den bayerischen Plänen zur Digitalisierung der Schulen. Deutschlandweit ist neben der Verlängerung des Lockdowns offenbar vor allem Distanzunterricht geplant

“Laptop und Lederhose” waren die Schlagworte, mit denen Bayern in die digitale Zukunft aufbrach, damals, als man noch von “digitalen Superhighways” redete. Die Zeiten für solche Metaphern sind vorbei, der grundlegende Anspruch blieb: Den Traditionen treu bleiben, die identitätsstiftende “Lederhose” nicht ausziehen, mit modernen Geräten Erfolg haben und damit Weltoffenheit zeigen.

So ist es kein Zufall, dass der neue Vorstoß aus Bayern für die digitale Bildungspolitik federführend von Alexander Dobrindt lanciert wird, der Anhänger einer “konservativen Revolution” ist. Jetzt will Dobrindt eine Bildungsrevolution. Der PR-Spagat zwischen konservativen Werten und Aufbruch in die Smart-Phone-Tablett-Welt ist jedoch nicht mit einem netten Instagramm-Bild von Jungbayern in Biergarten- oder Oktoberfesttracht und iPhone erledigt – besonders, wenn es um die Schule geht und so vieles schief läuft.

Große Ambitionen

“Corona war die Betriebsprüfung für unser Bildungssystem und hat die Stärken, aber auch die Schwächen offen gezeigt. Wir wollen 2021 zum Jahr der Bildung machen und unser Bildungssystem ambitioniert weiterentwickeln – nach der klaren Maßgabe: moderner, flexibler, digitaler”, zitiert die Welt am Sonntag aus einem Papier zur Bildungspolitik der CSU-Landesgruppe im Bundestag, die Alexander Dobrindt leitet. Das Papier liegt der WamS nach deren Angaben exklusiv vor.

Die Veröffentlichung der Auszüge kommt zeitgerecht, denn am heutigen Montag treffen sich die Kultusminister zur Beratung über das weitere Vorgehen und die konservative bayerische Regierung, die ebenso wie der FC Bayern bei der Welt viel Sympathie hat, will da den Ton angeben, hält man sich doch für den deutschen Meister der Bildungspolitik.

Dass man in Bayern sehr viel auf Ambitionen gibt, ist unübersehbar; weniger deutlich ist, wie man die Ambitionen umsetzt. Böse Zungen behaupten, dass sie im Grunde vor allem auf möglichst strenge Benotung, viel Hausaufgabenfleiß und die Wertschätzung traditioneller Fächer hinauslaufen. Was ist demgegenüber mit Dobrindts klarer Maßgabe “moderner, flexibler, digitaler” gemeint?

Hier wartet das Papier der CSU-Landesgruppe mit tatsächlich neuen Vorschlägen auf. Es soll ein “neuer Fächerkanon” eingeführt werden: Für ganz Deutschland soll es “flächendeckend die Fächer Programmieren und digitale Wirtschaft geben”.

Robotik, Grundzüge des Programmierens und das Erlernen von “Computational Thinking”

Dazu sollen neue Lehr- und Lernmethoden als fester Bestandteil des Unterrichts implementiert werden.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: