Die Zuschauer-Verachtung der Tagesschau | KenFM.de

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09-01-21 10:41:00,

Statt sauberer Information kübelt ARD-aktuell ihre Doppelmoral über‘s Publikum / Hauptsache, ihre primitiven Feindbilder wirken.

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.

„Was ist das?“, fragt der TV-Reklame-Sprecher und hebt eine Klobürste ins Bild: „Ist es A: ein Lockenwickler? Oder B: ein Kleiderbügel? Wenn Sie die Antwort wissen und gleich die 0900… anrufen, können Sie 200 Euro gewinnen.“ Ähnlich verfährt die Tagesschau. Sie nimmt einen Büchsenspanner (1) ins Bild – ist das A: der Kriegsminister, oder B: ein Sozialdemokrat? – und lässt den Heiko Maas sein NATO-konformes, antirussisches oder antichinesisches Gift absondern. Die im Schnitt 11,77 Millionen Zuschauer (2) sollen sich mittels solcher „Nachrichten“ ein eigenes Urteil bilden können. Das wird ihnen als Gewinn versprochen. Sie brauchen nicht mehr kostenpflichtig zu telefonieren, sie zahlen ja schon Rundfunkbeitrag.

Die Tagesschau richtet mit ihrer Berichterstattung gewaltigen mentalen Schaden an. Der selbstherrlichen Aussage, eine deutsch geführte Europäische Union könne „eine ähnlich starke Rolle in der Weltpolitik spielen“ wie die USA und China, stimmt mittlerweile beinahe die Hälfte der Deutschen zu. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 70 Prozent. (3) Tagesschau-Meldung:

Die EU und China haben ihre wirtschaftlichen Beziehungen neu geregelt. … Die chinesische Regierung verpflichtet sich außerdem, internationalen Abkommen gegen Zwangsarbeit beizutreten. Kritiker befürchten allerdings, dass sich China nicht daran hält. (4)

Wer sind die Kritiker? Welche nachvollziehbaren Begründungen haben sie? ARD-aktuell fragt nicht danach. Ihr haltloser Schlenker erfüllt aber seinen agitatorischen Zweck.

Am 28. Dezember wurde die 37-jährige chinesische Juristin Zhang Zhan wegen ihrer Kritik an behördlichen Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie von einem chinesischen Gericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Wie konnte man – ohne jegliche Kenntnis von Details und Hintergründen – so tun, als sei das eine welterschütternde Nachricht über chinesischen Staatsterror?

Die Berichterstattung der ARD-aktuell über die sogenannte „Bürgerjournalistin“ (5) geriet zum klassischen Propagandafilm.
Zhang Zhan war zu Beginn der Covid-Krise im Februar vorigen Jahres nach Wuhan gereist, kurz bevor dieses Virus-Epizentrum komplett unter Quarantäne gestellt und abgeriegelt wurde.

Über chinesische und internationale Social-Media-Plattformen veröffentlichte sie Videos, die ein Bild vom Ausmaß der Pandemie und behördlichem Falschverhalten vermitteln sollten.

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