Das Wahrheitsministerium ist fleißig: Soziale Netzwerke deaktivieren Hashtag #1984 | Anti-Spiegel

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10-01-21 04:55:00,

Das Wahrheitsministerium wird aktiver, denn nicht nur mir ist aufgefallen, dass wir gerade in die Zensur-Diktatur der Internetkonzerne geraten, sondern auch vielen anderen. Und daher wurde der Hashtag 1984 kurzerhand deaktiviert.

Gerade gestern habe ich in einem Artikel ausführlich erklärt, warum die aktuellen Ereignisse meiner Meinung nach der endgültige Beginn dessen sind, was George Orwell in seinem Buch 1984 beschreibt, nämlich eine Meinungsdiktatur mit Zensur und dem, was Orwell „Neusprech“ genannt hat. Den Artikel finden Sie hier.

Die Internetkonzerne, denen die sozialen Netzwerke gehören, haben diese Kritik nun ziemlich eindeutig selbst bestätigt: Der Hashtag 1984 (also #1984) ist bei Twitter und Facebook deaktiviert worden. Wenn man #1984 eingibt, wird das nicht mehr als Hashtag angezeigt. Den Unterschied kann man leicht überprüfen, indem als Test stattdessen zum Beispiel #BLM eingibt.

In was für einer Welt leben jetzt, wenn schon Hashtags, die auf Bücher hinweisen, verboten werden? In meinem gestrigen Artikel habe ich noch leicht provokant von einer „digitalen Bücherverbrennung“ gesprochen, die den Vorteil hat, dass man keine brennenden Scheiterhaufen mit Büchern mehr sieht, sondern heute werden die Bücher digital und lautlos per Knopfdruck gelöscht. Wie sich herausstellt, war diese Formulierung gar nicht provokant, sie kam nur einen Tag zu früh, denn wenn die sozialen Netzwerke jetzt schon Hashtags zu Büchern der Weltliteratur deaktivieren, was ist das dann anderes als eine digitale Bücherverbrennung?

Hier noch mein Tweet zu dem Thema, der aufzeigt, dass der Hashtag 1984 nicht mehr funktioniert. Sie sind zum Anklicken und Überprüfen herzlich eingeladen und können das gleiche auch auf Facebook ausprobieren.

Twitter hat den #1984 deaktiviert und damit meine in diesem Artikel (https://t.co/amvhu5Q3gN) aufgestellte These bestätigt.

— Anti-Spiegel (@SpiegelAnti) January 10, 2021
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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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