Wie das russische Fernsehen über Navalnys Festnahme berichtet hat | Anti-Spiegel

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18-01-21 02:04:00,

Navalny ist wie erwartet bei seiner Einreise nach Russland festgenommen worden. Da ich weiß, dass viele Leser sich von mir Informationen erhoffen, will ich kurz über das Wenige berichten, was bisher bekannt ist und wie in Russland darüber berichtet wurde.

Ich habe bereits über die zu erwartende Festnahmen berichtet, nachdem Navalny angekündigt hat, endlich nach Russland zurückzukehren. Der Grund für den Haftbefehl gegen ihn sind Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen, denn er wurde 2014 wegen Unterschlagung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Um jetzt nicht alles zu wiederholen, verweise ich auf meinen Artikel mit den Details dazu, den Sie hier finden.

Zu berichten gibt es darüber hinaus bisher nicht viel. Wegen des großen Andrangs am Flughafen Vnukovo, wo Navalny landen sollte, wurde der Flug zu einem der anderen drei Moskauer Flughäfen umgeleitet und die Maschine landete in Scheremetjewo. Navalny wurde dann erwartungsgemäß bei der Passkontrolle verhaftet. Ob er bis zur Gerichtsverhandlung über seine Verstöße gegen die Bewährungsauflagen, der für Ende Januar angesetzt ist, im Gefängnis bleibt, oder vielleicht auf Kaution entlassen wird, ist derzeit nicht zu sagen. Sollte es dazu Neuigkeiten geben, werde ich umgehend berichten.

Da deutsche Medien immer behaupten, Navalny werde in Russland von Regierung und Medien totgeschwiegen, habe ich aber den kurzen Bericht des russischen Fernsehens über Navalnys Verhaftung übersetzt, der unmittelbar nach der Meldung über seine Festnahme im zu dem Zeitpunkt laufenden Nachrichtenrückblick “Nachrichten der Woche” ausgestrahlt wurde. Auch die gezeigten Bilder in dem Beitrag des russischen Fernsehens sind sehenswert und zusammen mit meiner Übersetzung auch ohne Russischkenntnisse verständlich.

Beginn der Übersetzung:

Deutsche Geheimdienste haben den Blogger Navalny mit außergewöhnlichem Pomp und Sicherheitsmaßnahmen nach Russland geschickt. Assoziationen mit dem versiegelten Wagon, in dem ebenfalls Deutschland vor etwas mehr als hundert Jahren revolutionäre Kämpfer nach Russland geschickt hat, kommen einem sofort in den Sinn. Allerdings waren die damaligen Kämpfer von einem anderem Kaliber, aber die Deutschen bleiben sich treu. Und alles war so inszeniert, als wollten sie etwas Besonderes veranstalten. Auch mit traditioneller deutscher Gründlichkeit. Und mit dem Wunsch, die Außergewöhnlichkeit der Veranstaltung zu unterstreichen.

Selbst die deutschen Medien stellen fest, dass dem Blogger für die Verhältnisse der deutschen Demokratie ungewöhnliche Privilegien eingeräumt wurden. Ein schwarzer Regierungs-Audi mit Blaulicht und eine Polizeieskorte, die fast größer war als die von Kanzlerin Merkel. So wurde er zum Flughafen Berlin gebracht.

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