„Wie ein Ei dem anderen“

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19-01-21 10:06:00,

Peter Vonnahme äußert sich zur Wahl des CDU-Vorsitzenden. Wir veröffentlichen gerne diese kurze Betrachtung und ergänzen sie um eine notwendige Korrektur von Arnulf Rating – zufällig geschrieben zum gestrigen Artikel über die Ermordung Lumumbas. Zum Hintergrund des Autors: Peter Vonnahme war bis 2007 Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München. Albrecht Müller.

Das Schaulaufen von Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen ist vorbei. Der glatteste Bewerber hat sich durchgesetzt, wenn auch nur knapp. Viele Wahlanalysen sind tiefgründig, übersehen aber das Wesentliche. So sehr sich das Kandidatendreigestirn rein äußerlich und im medialen Auftreten unterscheidet, so ist doch offensichtlich, dass sich die Bewerber in ihrer Biografie ähneln wie ein Ei dem andern.

Allen drei Bewerbern ist gemeinsam: Mannsbild, jenseits der 50, römisch-katholisch, verheiratet, drei erwachsene Kinder. Doch nicht genug damit: Alle drei sind Juristen (Laschet hat nur das erste Staatsexamen). Alle drei verstehen sich als „Atlantiker“. Außerdem gehören alle dem Landesverband Nordrhein-Westfalen der CDU an. Und wunderbar reden können sie als Preußen sowieso.

Doch mehr an Eintönigkeit des Parteiestablishments ist kaum vorstellbar. Der ursprünglich als Mitkandidat gehandelte Jens Spahn hätte zweifelsohne – und zwar in mehrfacher Hinsicht – etwas mehr Farbe ins Spiel gebracht, obgleich auch er wie die drei anderen dem Landesverband NRW angehört. Wie auch immer, die 1001 Wahlleute haben entschieden.

Es wird sich bald zeigen, wie sehr sich die Menschen zwischen Aachen und Zwickau, zwischen Berchtesgaden und Westerland durch das Auswahlverfahren und seinem Ergebnis vertreten fühlen. Ich vermute, es steht uns ein heißer Sommer bevor.

Peter Vonnahme

Ergänzung:

Kleine Korrektur bzw. Ergänzung zur Wahl des CDU-Vorsitzenden: Laschet mag ein “normal ergebener” Politiker sein. Für seinen “Team-Partner Spahn gilt ( so steht es in Wikipedia, abgerufen am 18.1.21 um 19:10):

“Spahn ist Mitglied der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft, hat 2014 das Young Leader-Programm der Atlantik-Brücke durchlaufen. Zudem ist er ein Young Global Leader des Weltwirtschaftsforums.”

Er ist also ein Zucht- und Paradehengst aus der Atlantik-Brücken-Nachwuchs-Förderung. Ähnlich wie dereinst der Karl-Theodor zu Guttenberg, der die Kanzlerin zu wirecard beraten durfte. Oder der aus für viele unverständlichen Gründen zurückgetretenen Ex-Bild Chef Kai Dieckmann. Beide durchliefen das “Young Leaders”-Programm der Atlantik-Brücke.

Arnulf Rating

Titelbild: Werner Spremberg / Shutterstock

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