Wie in Russland über Navalny und die Demos am Wochenende berichtet wurde – Teil 1 | Anti-Spiegel

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25-01-21 01:34:00,

Entgegen dem Eindruck, den die deutschen Medien machen, wird Navalny im russischen Fernsehen keineswegs totgeschwiegen. In der Sendung “Nachrichten der Woche” des russischen Fernsehens wurde so viel über Navalny berichtet, dass ich dazu mehrere Artikel machen muss, weil es für einen Artikel viel zu lang wird.

Da die Frage, wie über Navalny, seine Verhaftung, seinen neuen Film und die Proteste am Wochenende in Russland berichtet wurde, werde ich alle drei Beiträge des russischen Fernsehens, die zusammen weit über eine halbe Stunde dauern, übersetzen. In diesem ersten von drei Artikeln übersetze ich den Kommentar des Moderators der Sendung, im zweiten Teil übersetze ich einen 20-minütigen Bericht über die Demonstrationen selbst und im dritten Teil einen Beitrag über Navalnys Vergangenheit.

Vorher noch ein paar Worte zum Verständnis: Navalnys Anhänger sind junge Leute bis ca. 30 oder 35 Jahren, unter den Älteren finden sich kaum Menschen, die ihn unterstützen. Es gab noch nie eine Umfrage, in der Navalny auch nur auf zehn Prozent Unterstützung gekommen wäre. Zu den Demos wurden vor allem Schüler gerufen, das geschah über soziale Netzwerke wie TicToc. Kinder politisch zu instrumentalisieren, indem man sie zum Beispiel zu Demos ruft, ist in Russland eine Straftat. In Russland ist die Meinung weit verbreitet, dass Kinder Kinder sein sollen und dass man sie erst nach der Volljährigkeit in die Politik holen sollte. Das ist weitgehend gesellschaftlicher Konsens und daher waren in Russland viele schockiert, dass auf den Demos – deren Teilnehmerzahl Russlandweit kaum 20.000 erreicht haben dürfte – so viele Minderjährige waren. Dazu werden wir im zweiten Teil über die Demos selbst noch viel sehen.

Nun aber zur Übersetzung des ersten Beitrages aus der russischen Nachrichtensendung zu dem Thema.

Beginn der Übersetzung:

Der 23. Januar war ein ungewöhnlicher Tag in Russland. In verschiedenen Städten – vom Fernen Osten bis Moskau – ignorierten Unterstützer der Unruhen die Warnungen der lokalen Behörden vor dem Verbot von Massenkundgebungen und gingen trotzdem auf die Straße. Einige von ihnen waren eindeutig entschlossen, Gewalt zu provozieren. (Anm. d. Übers.: Es ist für mich amüsant zu sehen, wie die deutschen Medien Russland dafür kritisieren, dass es die Demos wegen Corona nicht erlaubt hat, während in Deutschland die Querdenken-Demos mit der gleichen Begründung verboten werden. Allerdings haben die Navalny-Unterstützer nicht einmal den Versuch gemacht,

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