Einen Nerv getroffen

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26-01-21 11:24:00,

In einem Debattenbeitrag wies Multipolar im September 2020 auf das philosophische Mittel der „Schwarzen Wahrheiten“ hin. Effektvoll kann es in Kunstaktionen, Gesprächen oder bei Straßenprotesten genutzt werden, um Menschen aufzurütteln und vor langfristigen Gefahren der Corona-Politik zu warnen. Der Artikel stieß auf großes Leserinteresse und löste zahlreiche kreative Protestaktionen in Deutschland und einigen Nachbarländern aus. Hier ein Blick auf die Aktionen, wie die Medien damit umgingen und was bislang erreicht wurde.

STEFAN KORINTH, 26. Januar 2021, 0 Kommentare

Ausgangspunkt der Idee war der öffentliche Umgang mit den „normalen“ Straßenprotesten bis dahin: Viele klassische Demonstrationen für die Beibehaltung der Grundrechte und gegen die politischen Corona-Maßnahmen im vergangenen Jahr erfuhren extremen Gegenwind. Besonders die beiden Großveranstaltungen der Querdenken-Bewegung am 1. und am 29. August in Berlin hatten mit verschiedenen Gegenmaßnahmen von Politik, traditionellen Medien und Polizei zu kämpfen. Da es sich um offene Großdemonstrationen mit Kundgebungen handelte, boten sie auch allerlei Möglichkeiten, in ihren Abläufen behindert und in ihrer Außendarstellung diskreditiert zu werden.

Städtische Behörden und Polizei belegten die Veranstaltungen bereits im infektionsarmen Hochsommer mit zahlreichen Auflagen oder unterbanden sie sogar mit Gewalt – und das gegen anderslautende Gerichtsurteile. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) verbot die Demonstrationen Ende August, scheiterte damit aber vollständig an beiden juristischen Instanzen. Zahlreiche weitere Politiker der großen Parteien agitierten permanent mit abwertenden Pauschalurteilen und beleidigenden Unterstellungen gegen die Teilnehmer. Die Politiker waren durchweg darauf bedacht, absolut legitime Kritik an der Regierung als Idiotie oder Extremismus darzustellen.

Die klassischen Medien unterstützten diese Taktik. Sie verzerrten das Teilnehmerbild, indem sie in ihrer Berichterstattung aus einer bunt zusammengewürfelten Masse von Demonstranten eine Ansammlung von rechten Extremisten machten. Sie verschwiegen faktisch die begründete inhaltliche Kritik an den Regierungsmaßnahmen sowie die Anwesenheit prominenter Redner. Von den Reden, Plakaten oder Fahnen der Teilnehmer waren nur die von medialem Interesse, die irgendwie gegen die Anliegen der Demonstranten benutzt werden konnten.

Der Medien-Mainstream stellte schwerpunktmäßig gewalttätige Auseinandersetzungen anderer Gruppen (Reichsbürger, Antifa, anonyme Provokateure) mit der Polizei in den Mittelpunkt, obwohl diese Vorfälle wenig bis gar nichts mit den eigentlichen Demonstrationen selbst zu tun hatten. Eine Diagnose, die sich insgesamt auch bei späteren Demos, wie im November in Leipzig, bestätigte.

Schwarze Wahrheit als Protestform

Um den Anliegen der friedlichen Demonstranten öffentlich effektiver Gehör zu schenken, wies der Autor dieser Zeilen im September bei Multipolar auf das Konzept der Schwarzen Wahrheit hin.

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