Rebellion oder Untergang – ein Aufruf zur Rettung unserer Zivilisation – Westend Verlag GmbH

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26-01-21 11:37:00,

In seinem neuen Buch „Rebellion oder Untergang!“ klärt Noam Chomsky eindrücklich über die existentiellen Bedrohungen durch Atomwaffen und den Klimawandel auf. Er stellt diese Bedrohungen in den Kontext einer nie dagewesenen globalen Macht der Konzerne, die mittlerweile die führende Rolle bei der Gestaltung unserer Zukunft übernommen haben und die Demokratie mehr und mehr aushebeln. Ein Auszug.

Wir leben seit 75 Jahren unter der Bedrohung eines Atomkrieges. Wenn man auf diese Geschichte zurückblickt, kann man über die Tatsache, dass wir bis jetzt überlebt haben, nur erstaunt sein. Wir standen wieder und wieder buchstäblich nur Minuten vor der endgültigen Katastrophe. Dass sie nicht eingetreten ist, ist letztlich ein Wunder, aber selbst Wunder dauern nicht ewig. Wir müssen dieser Gefahr ein Ende machen, und das schnell. Die neueste »Richtschnur zur US-Kernwaffenpolitik« der Trump-Administration erhöht das Risiko einer für die menschliche Spezies tödlichen nuklearen Feuersbrunst dramatisch. Wir erinnern uns vielleicht, dass diese Richtschnur von Jim Mattis in Auftrag gegeben wurde, den Trump später als zu zivilisiert für einen Verbleib in seiner Regierung betrachtete – daran lässt sich ermessen, was das Trio Trump-Pompeo-Bolton als zulässiges Meinungsspektrum ansieht.

Bis 2002 gab es insgesamt drei große Abrüstungsverträge: den ABM-Vertrag über Abfangraketen, den INF-Vertrag zu den »mittleren« Nuklearwaffen und den New START-Vertrag.

2002 zogen die USA sich aus dem ABM-Vertrag zurück. Und jeder, der glaubt, Abfangraketen seien Verteidigungswaffen, täuscht sich sehr ernsthaft über diese Systeme.

Der 1987 von Gorbatschow und Reagan abgeschlossene INF-Vertrag hat die Gefahr eines Krieges in Europa, der sich dann sehr rasch ausbreiten würde, scharf reduziert. Massive, öffentlichkeitswirksame Demonstrationen bildeten den Hintergrund, der zu einem Abkommen beitrug, das eine äußerst einschneidende Veränderung herbeiführte. Es lohnt sich, an diesen und etliche andere Fälle zu denken, in denen ein bedeutender und breiter Aktivismus der Bevölkerung einen enormen Unterschied gemacht hat. Die Lehre daraus ist zu offensichtlich, um eigens ausgesprochen zu werden. Aber jetzt, viele Jahre später, hat sich die Trump-Administration aus dem INF-Vertrag zurückgezogen und die Russen haben dann sofort dasselbe getan.

Dazu sollte angemerkt werden, dass beide Seiten glaubwürdige Gründe für die Behauptung haben, die jeweils andere Seite habe Vertragsbruch begangen. Für Leser, die sich ein Bild von der russischen Sicht der Sache machen wollen, gab es in der wichtigsten Zeitschrift zu Fragen der Rüstungskontrolle, dem Bulletin of Atomic Scientists,

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