„Aus rein wissenschaftlicher Sicht“ – Christian Drosten im Tagesthemen-Interview

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27-01-21 04:05:00,

Vertreter der großen Medien weisen den Vorwurf, sie neigten dazu, in Sachen Corona Panik zu schüren, gerne von sich. Wie falsch sie damit liegen, zeigt ein Interview mit dem Virologen Christian Drosten, das die Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga in der gestrigen Sendung führte. Dass Drosten innerhalb der Virologenzunft eher zu den „Falken“ gerechnet werden kann, ist hinlänglich bekannt. Doch anstatt mit differenzierten kritischen Fragen zu einer Versachlichung der Debatte beizutragen, gab sich die ARD-Journalistin größte Mühe, das Gespräch in eine möglichst alarmistische Richtung zu drängen. Von Jens Berger.

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So langsam sollte sich die Erkenntnis, dass Covid-19 eine Krankheit ist, die vor allem für Angehörige der Risikogruppen sehr gefährlich ist, eigentlich auch bis in die Redaktion der Tagesthemen herumgesprochen haben. Doch davon war im gestrigen Interview mit dem Virologen Christian Drosten nicht viel zu spüren. Dabei gäbe es zurzeit selbst aus epidemiologischer Sicht doch eigentlich Grund zum Optimismus. Die Fallzahlen sinken rapide, der R-Wert liegt mit 0,85 im grünen Bereich. Wären da nicht die immer noch viel zu hohen Sterbezahlen, die eine direkte Folge des Versagens der Politik sind, vor allem Hochbetagte zu schützen. Bei all dem darf man natürlich nicht ausblenden, dass wir uns zurzeit mitten im Winter befinden. Also in dem Zeitraum, der für virale Erkältungskrankheiten wie die Grippe oder durch Corona-Viren hervorgerufene Infektionen der klassische Saisonhöhepunkt ist. Erstaunlicherweise hat es Caren Miosga jedoch geschafft, genau diesen elementaren Punkt tatsächlich auszublenden.

Gerade so, als hätte die Jahreszeit keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen, lenkte sie das Gespräch in die von ihr beabsichtigte Richtung. Auch Miosga geht jedoch davon aus, dass die Infektionszahlen sich in den nächsten Wochen und Monaten deutlich verringern werden. Nur dass sie dies nicht auf den nahenden Frühling, sondern auf die Impfkampagne bezieht. Was – unabhängig von der Ursache – ja eigentlich ein Grund zur Freude wäre, treibt der Tagesthemen-Frontfrau jedoch die Sorgenfalten auf die Stirn: „Die Hoffnung ist, dass wenn immer mehr Menschen geimpft werden […] dann werden auch mehr Menschen mehr Freiheiten haben wollen. Das ist die Hoffnung vieler“.

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