Corona-Impfung: “Die Nerven liegen blank”

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27-01-21 04:05:00,

AstraZeneca dementiert Absage eines EU-Krisentreffens. Es soll nun doch stattfinden. Auch bei Absprachen mit anderen Herstellen hakt es bei der Transparenz

AstraZeneca habe ein Treffen zur Aussprache mit EU-Vertretern kurzfristig abgesagt, ohne Gründe zu nennen, so die Breaking News heute Mittag. Das Treffen war für heute Abend anberaumt und sollte u.a. die Frage klären, weshalb das Unternehmen der EU die vereinbarte Menge Impfstoff nicht fristgerecht liefern kann. Das Unternehmen dementierte diese Absage umgehend.

Zuvor hatte AstraZeneca den Unterschied zu Großbritannien und anderen Nicht-EU-Ländern, wo die Lieferung schneller funktioniert, damit erklärt, dass dort früher bestellt worden sei.

Es habe auch Anfangsprobleme in Großbritannien gegeben, so AstraZeneca-Chef Pascal Soriot: “Aber der Vertrag mit den Briten wurde drei Monate vor dem mit Brüssel geschlossen. Wir hatten dort drei Monate mehr Zeit, um Pannen zu beheben.” Astra-Zeneca habe mit der EU eine “Best effort”-Vereinbarung abgeschlossen.

“Der Grund war, dass Brüssel mehr oder minder zum selben Zeitpunkt beliefert werden wollte wie die Briten – obwohl die drei Monate früher unterzeichnet hatten. Darum haben wir zugesagt, es zu versuchen, uns aber nicht vertraglich verpflichtet.”

“Die Nerven liegen blank.” An dieser Feststellung des AstraZeneca-Chefs Pascal Soriot ist wenig zu rütteln. Er äußert sie wie die oben erwähnten Aussagen in einem Interview mit der Welt (Zahlschranke). Dort wird er zudem mit dem Vorwurf konfrontiert, dass der Impfstoff seines Unternehmens bei Über-65-Jährigen nur acht Prozent Wirksamkeit habe. Die Frage dazu hat zwei corona-typische Diskussions-Spikes, einen wissenschaftlichen – “Stimmt das?” – und einen politischen: “Vermuten Sie politische Motive?”

Verunsicherung über Wirksamkeit bei Älteren

Die Zahl stimme nicht, so der Franzose, er wisse auch nicht, woher die Zahl der “acht Prozent” komme. Seine Aussagen bestätigen, dass man zum AstraZeneca-Impfstoff nur begrenzte Daten für die Älteren hat. Oxford habe “aus ethischen Gründen in den ersten klinischen Studien” keine älteren Menschen getestet. Priorität hätten “genug Sicherheitsdaten aus der Gruppe der 18- bis 55-Jährigen” gehabt. Aber, so Pascal Soriot:

Wir haben robuste Daten, die die starke Antikörperproduktion bei Älteren gegen das Virus belegen. Letztlich ist entscheidend, dass das Mittel gegen schwere Erkrankung schützt und klinische Behandlung unnötig macht. Manche Länder mögen unseren Impfstoff nur an jüngere Menschen vergeben. Ehrlich, das ist in Ordnung. Es gibt ohnehin nicht genug davon.

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