Die gefangene Gesellschaft

die-gefangene-gesellschaft

28-01-21 11:48:00,

Seit Beginn der Pandemie haben sich alle erdenklichen Bereiche unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens gravierend verändert. Egal ob im Beruf, in der Familie, der Schule oder der Freizeitgestaltung, die Auswirkungen sind — gerade wegen der individuellen Betroffenheit jedes Einzelnen von uns — schon jetzt mehr als spürbar. Gleichzeitig gehen sie mit gewaltigen finanziellen, psychischen und sozialen Konsequenzen einher, welche wir bis zum heutigen Zeitpunkt, in ihrem vollen Umfang, noch gar nicht absehen können. Wir bewegen uns auf einem schmalen Grat zwischen illusorischer Vernunft und geballtem Wahnsinn.

Doch über all dem schwebt die große Angst darüber, das Gesundheitssystem könnte womöglich kollabieren. Ein Zusammenbruch unserer Sozialstruktur und unserer gesellschaftlichen Ordnung scheint hingegen wahrscheinlicher zu sein.

Eine Gesellschaft kann grundsätzlich nur so lange funktionieren, wie sich ihre Mitglieder an die auferlegten Spielregeln halten. Wenn die allgemeine Akzeptanz für soziale Normen (Verhaltensanweisungen) schwindet, kann das zu einem erheblichen Schaden des sozialen Gesellschaftsgefüges führen. Insofern ist es für die politische Sphäre umso wichtiger, dass die Menschen den Anweisungen und Regeln Folge leisten und diese nicht infrage stellen. Gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie, welche zur politischen Bekämpfung eine Reihe neuer Regeln, Verbote und Sanktionen vorsieht, ist die Akzeptanz der Bevölkerung also von besonderer Bedeutung. Doch wie kann eine solch notwendige Akzeptanz in der breiten Masse erzeugt und vor allem langfristig aufrechterhalten werden?

Sicherlich spielt das Hervorrufen von Angst hierbei eine entscheidende Rolle. Zumindest geht das aus einem Papier des Bundesinnenministeriums hervor, welches im April vergangenen Jahres veröffentlicht wurde. Es trägt den Titel „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ und beinhaltet neben der Deskription von „Lage und Strategie“, verschiedene Modellrechnungen und Szenarien, die sich mit dem Umgang der Pandemie beschäftigen.

Konkret heißt es dort, dass für eine „gewünschte Schockwirkung“ auf die Urangst des Erstickungstodes, die Ungewissheit über eventuell schlimme Rückfälle und Langzeitfolgen sowie auf die potenzielle Möglichkeit, dass Kinder im schlimmsten Fall für den Tod ihrer Eltern verantwortlich sein könnten, aufmerksam gemacht werden müsste.

Eine derart psychologische Einwirkung lässt berechtigte Zweifel an der Wahrhaftigkeit und an der Rationalität der Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung aufbringen, wenn sie zunehmend auf propagandistische Mittel setzt. Mit einem Rückgriff auf das berühmte Werk „Psychologie der Massen“ von Gustav Le Bon lässt sich diese Annahme noch unterstreichen. Denn die langfristigen Wirkungsmittel politischer Führer auf die Masse liegen Le Bon zufolge in ihrer Behauptung,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: