Impfstoffchaos mit Ansage

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29-01-21 11:30:00,

Heute wird die Europäische Arzneimittelbehörde EMA den dritten Impfstoff gegen Covid-19 zulassen. Bereits gestern hatte die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts bekanntgegeben, den Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca nur für Personen zwischen 18 und 64 Jahren zu empfehlen. Für jüngere und vor allem ältere Menschen fehlen den Experten valide Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs. Derweil liefern sich die EU-Kommission und AstraZeneca eine filmreife Schlammschlacht, bei der man bemüht ist, dem jeweils anderen die Schuld für Lieferprobleme in die Schuhe zu schieben. Die deutsche Impfstrategie gleicht nun einem Scherbenhaufen und die Zeitpläne sind nicht mehr einzuhalten. Als sei dies nicht schon schlimm genug, gerät in all dem Chaos die Sicherheit der Impfstoffe vollends in den Hintergrund. Von Jens Berger.

Wirken die Impfstoffe bei Alten?

Der Streit um die Frage, ob der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca bei älteren Personen überhaupt wirksam ist, ist an Absurdität kaum zu überbieten. Denn die Daten, die STIKO und EMA zur Verfügung stehen, lassen selbst mit viel Zweckoptimismus keine seriöse Aussage zu. So sind in den „Effektivitätsdaten“ des Impfstoffs, die in die Empfehlung der STIKO eingeflossen sind, lediglich 341 Personen über 65 Jahre aus der Impfgruppe und 319 Personen aus der Kontrollgruppe, die ein Placebo bekommen hat, enthalten.

Quelle: STIKO

In beiden Gruppen hat sich jeweils ein Proband mit dem Virus infiziert. Die Wirksamkeit, die sich aus diesen Rohdaten herleiten lässt, beträgt also 0%; lediglich der Umstand, dass die Impfgruppe ein wenig größer als die Kontrollgruppe war, führt zur angegebenen Effektivität von 6,3%, die jedoch einem absurden 95%-Konfidenzintervall von -1.405% bis +94,2% gegenübersteht. Der Impfstoff könnte also nach statistisch valider Schätzung die Gefahr zu erkranken mehr als verzehnfachen – was freilich absurd ist – oder eine Schutzwirkung von bis zu 94,2% haben. Suchen Sie sich einen Wert dazwischen aus. Oder um es leichter verständlich auszudrücken: Auf Basis dieser Daten kann man keine Aussage zur Wirksamkeit treffen. Die Studien von AstraZeneca sind Müll.

Doch das ist nicht nur dem Pharmamulti zuzuschieben. Schließlich ließ die Politik keine Gelegenheit aus, um zu unterstreichen, dass die Impfstudien der Hersteller ja in ganz enger Kooperation mit den Zulassungsbehörden auf deutscher und europäischer Ebene erfolgen. Warum hat denn da niemand die Alarmglocken geläutet? Wenn nur 660 der 11.636 Probanden über 65 Jahre alt sind, kann man unter keinen Umständen zu einer validen Aussage zur Wirksamkeit des Impfstoffs bei Älteren kommen.

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