Bereit für eine neue Zeit

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30-01-21 06:45:00,

Es ist so weit: Eine Welt geht zu Ende, aus dem Alten heraus bildet sich eine neue Zivilisation. Den Plänen von Totalüberwachung und einem digitalisierten, programmierbaren Menschen stehen Visionen eines harmonischen, naturnahen und fruchtbaren Zusammenlebens gegenüber. Immer mehr Menschen „steigen aus“. Sie verlassen das Land, die Stadt, in denen die Luft zu Atmen zu knapp wird, das allzu beengende Umfeld, den sinnlosen Job, Menschen, mit denen keine Affinität mehr besteht.

Überall auf der Welt bilden sich kleine, überschaubare Strukturen des Zusammenlebens: Cluster. In diesen Clustern geht es um ein Leben im Rhythmus der Jahreszeiten, den Anbau von Obst und Gemüse an, gegenseitige Hilfe, den Tausch von Geräten und Dienstleistungen und manuelle Produktion. Hier werden Menschen Selbstversorger auch in Sachen Kindererziehung, Medizin und Altenbetreuung.

Es mangelt nicht an wunderbaren Ideen und ersten Schritten in ein bewusstes, selbstbestimmtes Leben und ein respektvolles Miteinander. Wie die Waben eines Bienenstockes bilden sich die verschiedenen Projekte heraus, Inseln in einem zusammenbrechenden System. Auch ich bereite mich darauf vor und krempele die Ärmel hoch, um mich schon in Kürze in einem kollektiven Projekt nützlich zu machen. Ich träume von gemeinsamen Bereichen und von Räumen, an denen ich die Tür zumachen kann. Diese Räume, in denen ich nur mir selbst zur Verfügung stehe, brauche ich. Denn Zusammenleben will gelernt sein.

Wir haben begriffen, dass kontinuierliches Wachstum in eine Sackgasse führt und dass unsere bisherige Vorstellung von Fortschritt den Planeten ruiniert. Wir haben die globalen Herrschaftsstrukturen durchschaut, die Spiritualität in unser Leben zurückgeholt und die heilende Kraft der Liebe erfahren. Wir erahnen die Quelle, die die Universen nährt, vertrauen der Intelligenz des Lebendigen und wissen um die Einheit, die alles zusammenhält. Wir haben uns nicht entmutigen lassen und in einer Katastrophe eine Gelegenheit für unsere Weiterentwicklung erkannt. Doch damit tatsächlich Blei zu Gold wird, muss der Alchimist weiter für Klarheit in sich selbst sorgen.

Er klingt gut, der Wunsch nach einem achtsamen und liebevollen Miteinander, das die Wünsche und Bedürfnisse jedes Einzelnen respektiert und in dem sich jeder nach seinen Talenten und Gaben frei entwickeln kann. Doch es reicht nicht, zu meditieren und von bedingungsloser Liebe zu reden. Was passiert tatsächlich, wenn wir uns auf Gemeinschaften mit anderen einlassen? Sind wir dann wirklich selbst die Veränderung, die wir in der Welt sehen wollen, diejenigen, auf die wir gewartet haben? Oder verhalten wir uns im Grunde genauso wie vorher und pflastern den Eingang zu einer neuen Hölle mit unseren guten Absichten?

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