Wie Deutschland gespalten wurde. Die Politik der KPD 1945 bis 1951

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31-01-21 05:25:00,

Wir drucken hier einen Auszug aus dem gleichnamigen Buch von Ulrich Heyden mit einer aktuellen Einführung des Autors. Heyden schildert in dem Buch eine Ausnahmesituation nach 1945, die sich unter anderem darin niederschlug, dass Kommunisten mit Ministern und Senatoren in fast allen westdeutschen Landesregierungen vertreten waren. Von Redaktion.

Gerne nimmt der Autor das Angebot der NachDenkSeiten-Redaktion an und stellt sein Buch „Wie Deutschland gespalten wurde. Die Politik der KPD 1945 bis 1951“ (Verlag tredition, Hamburg, 2020) hier vor.

Mein Buch handelt von einer Ausnahmesituation. Es geht um die unmittelbaren Nachkriegsjahre in Deutschland, als das erlebte Grauen des Krieges zu einer politischen Öffnung führte, Kommunisten mit Ministern und Senatoren in fast allen westdeutschen Landesregierungen vertreten waren, die SPD den Sozialismus forderte und der linke Flügel der CDU unter Jakob Kaiser ein Parteiprogramm durchsetzte, in dem von einem „Sozialismus aus christlicher Verantwortung“ die Rede war, dem „kapitalistischen Gewinn- und Machtstreben“ eine Absage erteilt und eine teilweise Vergesellschaftung der Großindustrie gefordert wurde.

Die Linke hatte im Nachkriegs-Deutschland immer einen schweren Stand. Doch immer wieder gab es Phasen, wo die reaktionären Eliten unter Rechtfertigungsdruck standen und die progressiven Kräfte die öffentliche Debatte maßgeblich mit beeinflussten. Historisch gesehen waren es allerdings Ausnahmesituationen.

Angesichts des Rechtstrends in Deutschland und der Unfähigkeit von linken Parteien und Bewegungen, darauf angemessen zu reagieren, ist es gut, sich immer mal wieder mit den deutschen Ausnahmesituationen zu beschäftigen. Dabei wird man herausfinden, wie viel progressive Energie in unserem Land steckt und welche Fehler man in Zukunft vermeiden muss.

Welche Ausnahmesituationen meine ich? Anfang der 1980er Jahre gab es eine politisch breite Friedensbewegung gegen die Aufstellung von US-amerikanischen Pershing-2-Mittelstreckenraketen. Mitte der 1970er Jahre gab es eine mächtige Bewegung gegen Atomanlagen. Auch die Gefahr, dass Atomanlagen zur Produktion von Atomwaffen genutzt werden können, wurde in dieser Bewegung thematisiert. Ende der 1960er Jahre erschütterte die Studentenbewegung den reaktionären Geist in der deutschen Wohlstandsgesellschaft. Ende der 1950er Jahre gab es eine breite Bewegung gegen die Bewaffnung der Bundeswehr mit Atomwaffen und Anfang der 1950er Jahre die Bewegung gegen die Wiederbewaffnung Westdeutschlands. Außer an der Anti-AKW-Bewegung waren die KPD und später die DKP an allen genannten Bewegungen beteiligt.

Grundstock meines Buches ist meine Magisterarbeit, die 1990 von der Historischen Fakultät in Hamburg angenommen wurde. Ich habe den Text überarbeitet und durch neue Forschungsergebnisse aktualisiert.

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