10 Jahre arabischer Frühling: Das russische Fernsehen zieht eine bittere Bilanz | Anti-Spiegel

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01-02-21 02:17:00,

Vor zehn Jahren stand der sogenannte arabische Frühling auf seinem Höhepunkt und in Ägypten wurde der Präsident gestürzt. Westliche Medien haben danach schnell das Interesse an der Region verloren, über die Folgen der vom Westen gefeierten Revolutionen wird in westlichen Medien nicht berichtet.

Das russische Fernsehen hat den zehnten Jahrestag des Umsturzes in Ägypten zum Anlass für einen Rückblick genommen, wie man ihn im deutschen Fernsehen kaum zu sehen bekommen würde. Der arabische Frühling wird in Deutschland immer noch als etwas Gutes, als eine Demokratiebewegung dargestellt, die den Menschen Freiheit und Wohlstand bringen sollte. Da das nicht funktioniert hat – in den meisten Ländern herrschen nun wieder Diktatoren und die Verarmung hat sich noch verstärkt – haben die westlichen Medien schnell das Interesse an der Region verloren.

Aber wenn ein Land “nur” noch weiter verarmt ist, können sich die Menschen sich dort sogar glücklich schätzen, denn in anderen Ländern wie Libyen, Syrien oder dem Jemen herrschen seit der “Demokratiebewegung” des arabischen Frühlings Kriege mit hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen.

Dass die Verarmung und die Kriege, die die vom Westen unterstützte und gefeierte “Demokratiebewegung” gebracht haben, auch einer der Auslöser der Flüchtlingswelle von 2015 war, wird von westlichen Politikern und Medien, die sich 2011 über den arabischen Frühling gefreut haben, nie erwähnt.

Das russische Fernsehen hat am Sonntag in der Sendung “Nachrichten der Woche” zum zehnjährigen Jubiläum des arabischen Frühlings in einem Beitrag eine bittere Bilanz gezogen, die ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Vor zehn Jahren brach der Arabische Frühling, eine Reihe revolutionärer Proteste, im Nahen Osten und in Nordafrika aus. Die erste war die sogenannte Jasminrevolution.

Im durchaus wohlhabenden Tunesien wurde Präsident Sinn al-Abidine Ben Ali gestürzt. Seitdem hat sich das Leben im Land verschlechtert. Das Land ist zum fast wichtigsten Lieferanten islamischer Terroristen geworden und jetzt gibt es dort Hungerunruhen, Armut, Massenarbeitslosigkeit und Korruption. Verzweifelt gehen die Menschen heute wieder auf die Straße.

Nach Tunesien brannte am 25. Januar 2011 Ägypten. Und dann war da noch Libyen, wo die Revolution Machthaber Muammar al-Gaddafi das Leben gekostet hat. Dann ging es überall weiter: Proteste in Syrien, Jemen, Kuwait, Jordanien, Algerien, Marokko, Saudi-Arabien, Bahrain, Sudan.

Die Proteste wurden von Westen nach Kräften unterstützt. Und das nicht nur mit freundlichen Worten, sondern durch das sogenannte “gelenkte Chaos”. Drei Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings bekam Europa seine Auswirkungen zu spüren,

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